Das ist Charly, als ich ihn beim Abholen von Beagle Kallie im Trakt der "Unvermittelbaren" gesehen habe. |
Das ist Charly nach ca. 2 Monaten oben auf der Ruine Lichteneck - als wäre es ein anderer Hund. |
Charly im November:
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Charly hatte ich schon gesehen, als ich den Notbeagle Kallie in Potsdam abgeholt hatte. Hätte ich nur damals nicht gesagt, dass ich ihn EVENTUELL auch noch hole... in meiner Erinnerung war er verdammt groß und seine Wesensbeschreibung war alles andere als prickelnd. Zwischendurch sprachen Melanie und ich über diese Bracke, aber er war einfach zu groß als dass wir uns ihn hier hätten vorstellen können. Zufällig waren wir am letzten Wochenende in Leipzig. Zufällig meinte mal wieder Anja vom TH Potsdam, dass ein großer Artikel über den Slowenski Kopov in "Der Hund" sei. Ich wollte diese blöde Zeitschrift gar nicht kaufen. Ich wollte auch nicht diesen großen schwierigen Hund holen. Und doch haben wir abends die Zeitschrift gekauft und bei einem Italiener über diese Rasse gelesen. Dann ging alles sehr schnell. Wir beschlossen, ihn doch zu holen. Da wir aber nur noch einen Tag (natürlich gerade Sonntag) in Leipzig waren, ging es nur an diesem Tag. In letzter Minute schauten wir im Einkaufspark noch nach einem Maulkorb und einem absolut ausbruchsicheren Kettenhalsband). Maulkörbe gab es in dem schönen Pösnapark leider nur für Rottweiler oder ähnliche Kaliber... Dann spontan Anja angerufen, dass wir den Kopov holen würden, aber nur morgen. Anja bekam vermutlich eine kurzzeitige Nervenkrise... Der Notdienst wurde noch informiert, dass Charly am nächsten Morgen nicht gefüttert werden dürfe. Am So um 10 sollten wir in Potsdam sein (also mal wieder früh aufstehen... blöde Nothunde... und überhaupt will ich so einen großen schwierigen Hund nicht... wo soll der denn überhaupt hin??? und die Nachbarn?? und das kleine Auto???? und wenn Colin ihn beißt???? und wenn der Aki wieder zurück kommt??? oder Kallie??? dann mit 3 Nothunden???????????????) - aber wir fuhren und hatten einige Tage länger im Hotel gebucht, um die ersten Tage für die Kastration und überhaupt zum Kennenlernen mehr Platz zu haben. Im Notfall hätten wir ihn dann wieder zurückbringen können.
Im Tierheim erfuhren wir dann nochmal seine Geschichte - und auch dieses Mal hoffe ich, dass ich es richtig behalten habe:
Vermutlich wurde Charly irgendwo an der Grenze zum Osten gekauft. Er wurde 2005 geboren. Sein neuer Besitzer war leider drogenabhängig. Er wurde wohl an die Wände geworfen, zum Fenster hinausgehängt, getreten, unter Drogen gesetzt... es muss ein Alptraum für den Hund gewesen sein. Er wurde an verschiedene, wohl auch drogenabhängige Männer weitergegeben. Seine Rettung war die Freundin des einen Mannes, die sich von ihm trennte und den Hund mitnahm. Er wurde vom Tierheim schließlich geholt, weil er die Leute nicht mehr aus dem Zimmer ließ. Auch Charly hat gelernt, dass Zähne zum Erfolg führen. Bei bestimmten Männern mit kurzen Haaren oder Alkoholgeruch tickt er völlig aus. Im Tierheim biss er ziemlich am Anfang den Vorstand, weil er ihm ein Leckerchen zuwarf. Von hinten biss Charly in seinen ausgestreckten Arm. Die meisten im Tierheim hatten eher Angst vor ihm. Es gab Menschen, die Charly mochte und es gab Menschen, die er nicht mochte... Eigentlich hätte man ihn einschläfern müssen... Alle Formen von Enge sind für Charly bedrohlich. Er ist überhaupt nicht ausgebildet. Stubenrein müsste er sein. Mit Hunden sehr verträglich, ansonsten eher eine Bombe.
Wir gingen wieder hinter zur Abteilung "bissige Hunde - unvermittelbar..." und schoben Charly Leckerchen ins Maul. Die Frau, die ihn bisher mit betreut hatte, war da und meinte, wir sollten doch zu ihm ins Auslaufgehege kommen. Hmmm... so richtig gerne geht man da ja nicht rein...gut, dass er Leckerchen mag. Abdrehen, nicht in die Augen schauen, Quietschi-Stimme... Es klappte. Mr. Kopov mochte uns und turnte recht vergnügt um uns rum. Als jemand ans Gitter kam, schoss er dorthin und bellte sehr laut... wahrscheinlich schoss allen dort das Adrenalin in die Adern, dass wir ihn vielleicht doch nicht nehmen könnten, wenn er sich so aufführt... meine Gedanken schweiften zu meiner stillen Wohnung...hmmm....
Wir gingen mit ihm spazieren. Tina, die ihn im
Tierheim einige Monate begleitet hatte, kam noch ein Stück mit und musste
mit einem weinenden und einem lachenden Auge Abschied nehmen...
Ob es
an Potsdam liegt? Wie Kallie hing auch Charly in der Leine wie ein Stier
und hing den Mädels hartnäckig am Po. Wenn die Zugrichtung nach vorne geht,
ist es ja noch erträglich - geht sie zur Seite, hat man immer das Gefühl,
dass der Arm ausgekugelt wird. Gib alles!!! dachte der Kopov-Kopf...


Leider hatten wir keine Digi dabei - die Bilder haben wir erst später gemacht. Zum Vertrag machen nahm ich Charly mit ins Zimmer. Er sprang sofort auf den Tisch... keinerlei Erziehung - vermutlich wurde er an der Leine oder im Kennel gehalten. Wir nahmen noch extra einen Maulkorb mit (siehe Kallies Geschichte...), die Impfung lief dieses Mal schon in 2 Wochen ab... und ich unterschrieb schon wieder, dass ich einen Hund übernehme.
Mit dem neuen edlen geschenkten Kopov verließen wir das Tierheim - der Vorstand meinte nur "Ich freu mich!!!!"
Der gute Charly, der laut Homepage so gerne Auto fuhr, fuhr leider gar nicht gerne Auto. Er verweigerte schlichtweg den Einstieg. Mit vielen vielen Leckerchen schleusten wir ihn schließlich hinter meinen Rücksitz. ich fädelte die Leine wieder so, dass er nicht vorspringen konnte, sang zur Nervenberuhigung viele Strophen von "happy birthday to you.... " und fuhr los.
Mit der Abfahrt wurde es lustig. Brackie tobte
hinter mir rum. Melanie wurde nervöser und nervöser. Ich sang weiter "happy
birthday..." Melanie teilte mir mit, dass sie einen Schweißausbruch nach
dem anderen hätte und wir so nicht weiterfahren könnten. Nach ein paar Metern
schoss Brackie auf einmal mit Anlauf so halb über meine Kopfstütze - nein,
so kann man wirklich nicht fahren. In einer Nebenstraße hielt ich an. Melanie
sprang sofort aus dem Auto und murmelte was von mit der Eisenbahn weiter
fahren... Charly tobte aus dem Auto. Schlupfte dabei fast aus dem Geschirr...
Nachdenken.... er muss auf jeden Fall jetzt ein Halsband haben - das Kettenhalsband
muss rum, wo er nicht raus kommt. Er muss den Maulkorb ankriegen. Gut gesagt.
Wir hatten keine Ahnung, ob wir Charly berühren konnten. Sobald wir in seine
Nähe kamen, wich er geduckt aus. Ich nahm schließlich allen Mut zusammen
und streifte ihm das Halsband über. In diesem Moment bekam er einen Panikanfall,
duckte sich auf die Straße und schrie um sein Leben... Schweiß... was tun????
Der Maulkorb. Der Maulkorb ging in dem Moment kaputt, als wir ihn öffnen
wollten... o.k. kein Maulkorb. Zurück ins Tierheim???? Schließlich beschlossen
wir zu versuchen, ob wir ihn in den kleinen Kennel im Auto rein kriegen.
Dafür wollten wir ihn an der Leine durchfädeln und im Notfall mit Gewalt
durchziehen. Fädel, fädel - ich warf ein Wienerle hinten in den Kennen -
und: jetzt kommt das Wunder!!! Kopov sprang recht einfach in den Kennel,
ich konnte die Türe schließen und der Hund fuhr die ganze Fahrt ruhig mit
nach Leipzig.
Wir fuhren in "unser" Hotel Kastanienhof - danke Birgit, Peter und Christian für all das Verständnis! - [Fortsetzung folgt]
Am dritten Tag lief Charly zum ersten Mal mit Aufmerksamkeit neben uns - also zumindest kurze Momente ;-)

Am Ende der langen Fahrt sind wir noch zum McDonalds gegangen, um einen schnellen Kaffee zu trinken und Mali und Jens mit Aki (meinem Ex-Westie) zu treffen. Und weil Charly noch recht frisch operiert war, nahm ich ihn mit rein, um ihm die Halskrause zu ersparen. Aus dem selben Grund nahm ich ihn später auch mit aufs Klo. Er mochte gar nicht mit rein und ich dachte so hmmm... probieren wirs trotzdem, ich muss einfach dringen Pipi... Als ich mir die Hose runtergezogen hatte, klemmte Charly sich zwischen Klo und Türe. Das Geräusch werde ich nie vergessen. Der ganze Hinterkörper klapperte vor Angst und vibrierte an der Türe. Ich zog so schnell es ging die Hose hoch und ging mit ihm raus. Vermutlich haben die ihn früher zum Fixen mit reingenommen, ihn dort auch gespritzt und ihn vermutlich dort auch gequält.
Im McDonalds saß ein kurzgeschorener junger Mann, der ihm immer wieder Pommes gab. Da hatte er keine Probleme. Später kam ein sehr feister Typ rein, auch kurz geschoren - der war offensichtlich ein Feindbild. Charly starrte ihn nur an. Wir gingen raus zum Auto.
Wir haben mit Kopov das Rückrufspiel gemacht:








Entspannung ist nun auch drin:
Wenn man davon absieht, dass nun niemand mehr in meine Nähe darf, mein Zimmer nicht mehr betreten werden kann und der Hund keinen Beifahrer ins Auto lässt, hat sich der kleine Prinz prima entwickelt. Heute lief er erstaunlich entspannt beim Waldspaziergang mit und ließ auch das Dauerfastgerammel überwiegend sein. Gewöhnlich hat man mit ihm ja das Gefühl, 3 Stiere an der Leine zu führen, aber zwischendurch war es heute tatsächlich angenehmer. Ich glaube, die Voraussetzung ist, dass die Mädels hinter ihm laufen.
Im Café hat sich Coffey zum ersten Mal auf seine Decke gelegt. Charly schaute äußerst irritiert, dass er da am Hinterteil berührt wird, aber er blieb eine ganze Weile

Und weil er so gut gelaunt war, konnten wir auch noch ein kleines Spielchen für die Beißhemmung machen ;-)

Auf den Feldern habe ich ihn heute zum ersten Mal mit langer Schleppleine frei laufen lassen. Das ging prima. Er passt gut auf und nimmt immer wieder Kontakt auf. Click, click, click - das Spiel macht ihm Spaß. Wären da nur die Vögel nicht... ich habe so etwas noch nie erlebt. Füchse, Hasen, Rehe, meinetwegen auch Eichhörnchen... auf alles bin ich inzwischen vorbereitet - doch dass der Feind von oben kommt, das macht mich wirklich nervös. Da fliegen halt überall Schwalben und so Flugobjekte herum. Er wird von so was völlig gaga - steht dann so grinsend da "ha! DAA!!" und dann zischt er los. Trotzdem kommt er wieder, wenn man sich entfernt. Ich denke, es war das erste Mal in seinem Leben, wo er so über die Felder galoppieren konnte. Er war danach schön entspannt - auch seine Augen sind größer und weicher geworden.
Im Auto haben wir dann noch eine Weile gewartet und gekrault... so sieht ein zufriedener Kopov aus :-) Leider hat sich dabei auch der Darm kräftig entspannt räusper...

Woche 3:
Die Kastration hat sich jedenfalls gelohnt. Das Mädelgerammel ist komplett weg. Allzuviel machen wir gerade nicht, weil es so heiß ist. Ein bißchen Sitz-Bleib und ein bißchen Komm - sonst viel Rumhängen und auf kühleres Wetter warten.
Charly bekommt inzwischen Tyroxin, weil er wohl eine Schilddrüsenunterfunktion hat. Muss ihn nochmal untersuchen lassen.

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Autofahren geht besser jetzt - irgendwie denkt er bei allem, was vorbei"fliegt", dass es Jagdobjekte sind. So ist es auch nach wie vor draußen. Er geht auf alles, was sich bewegt. In einer unglaublichen Geschwindigkeit, die mich ziemlich nervös macht. Ich lasse ihn gar nicht gerne von der Leine. Aber bei manchen Wegen geht es dann doch.
Hab mal das Zerren und Apportieren ausprobiert. Erst hat er es schön gemacht, aber dann hat sich Angst hineingemischt - irgendetwas muss da früher passiert sein. Er läuft nicht gerne auf Menschen zu. Was man trotzdem auf diesem Wackelbild sieht, ist die Leichtigkeit in seinen Bewegungen. Ganz anders als der Gang der Beagles :-)
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Mit dem Territorium ist es nach wie vor nicht so prickelnd. Er mag es gar nicht, wenn Menschen in das Zimmer kommen oder ins Auto wollen. Aber wir denken weiter positiv... Immerhin, mit Hunden geht es sehr gut. Komisch, die Beagles lassen ihn komplett in Ruhe. Wenn ich zurückdenke, wie Lena Artu auf den Rücken geschmissen hat...
Blähungen hat er leider oft - ich füttere Berge von Fleisch und co in ihn rein, aber er nimmt nichts zu, sondern kackt eigentlich alles nur wieder raus - und hat dazwischen kräftige Blähungen - gut, dass Sommer ist....
Ende, Woche 3: Wir kommen voran. Charly rennt deutlich weniger weg und fängt an zu kapieren, dass bei uns die Futterstation ist.
Sitz-Bleib - jepp. Coffey kurz vor dem Heulen. FRÜHER, als dieser blöde Hund noch nicht da war, wurde VIIIIEL mehr trainiert!!!!!! |
Zu diesem Bild bitte ich nochmal Bild 2+3 oben zu beachten!!! Jetzt hat Charly gelernt, auch an lockerer Leine zu gehen. Hier gerade eine Wendung. |
ohne Leckerchen... Coffey überlegt... |
Coffey tappelt frustriert wieder mit... Charly ist auf den Geschmack gekommen. |
Ach ja - zwei kleine Schwänke nebenher:
Ich hatte viel Mühe dafür verwendet, um hier einen Hundeplatz zu finden, wo Jagdhunde positiv ausgebildet werden. Als ich den Herrn schließlich am Telefon hatte, teilte er mir mit, dass der Hobbykurs schon vorbei sei und ich bis nächstes Jahr halt warten müsse. Dass Charly eine spezielle Geschichte hat und wir sehr nach einem guten Ausbildungsplatz suchen, war ihm egal - stattdessen meinte er, das müsse man sich halt vorher überlegen, wenn man so einen Hund holt... Dankeschön, Herr F.! Unglaublich hilfreich!
Damit Charly einfach mal kräftig rennen kann, sind wir die letzten Tage extra weit raus gefahren, wo weite Wiesen von einem Fluss begrenzt werden und auch keine Autos da sind. Eine hysterische Dame sah Charly mit Maulkorb rennen und meinte, hier unten gäbe es 20 Hunde, die alle keinen Maulkorb hätten. Ich hab gesagt, dass er doch gar nichts getan hat. "Ja, aber nur, weil er einen Maulkorb dran hat" Sag ich, "ja, deswegen hab ich ihn ja dran" - "ja, aber, wenn er keinen hätte..." Gestern fragte sie dann Melanie, ob wir überhaupt in dem benachbarten Ort wohnen würden. "Dann dürfen Sie hier gar nicht gehen! Solche Leute mögen wir hier nicht!!!" Wohlgemerkt, Charly lief die ganze Zeit völlig friedlich herum und spielte zum Teil mit anderen Hunden auf den Feldern...
Woche 4
Wir kommen voran und nicht voran. Charly wird sicherer und dehnt seine Vogel-Exkursion leider weiter aus. Aber er wird auch aufmerksamer und schaut häufiger nach, ob bei uns nicht etwas los ist. So hat er das Leckerchenspiel im Wasser kapiert und mag es sehr gerne. Zunehmend lasse ich ihn auch mal ohne Maulkorb rennen. Aber sobald Pferde, Jogger etc. kommen, muss er halt sofort wieder unter Kontrolle sein. Angst habe ich auch wirklich, dass er mal der Eisenbahn nachrennt...
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Die Hunde hatten heute auf der Wanderung ihren großen Auftritt... 5 Hunde auf der Jagd, das hat was! Den Film muss ich noch bisschen kleiner machen, damit ich ihn hochladen kann- aber hier schon mal ein Foto von der ganzen Sippe auf einem gemütlichen Stück Weg:
Charly lernt das Shaping:

Was hat sich getan? Charly haut nicht mehr ganz so viel ab, wenn ich ihn ohne Leine laufen lasse. Man muss ihn nur vorher ein paar Stunden den Vögeln hinterherjagen lassen - räusper... dann läuft er wirklich prima mit. Nein, es wird wirklich etwas besser. Auch das an der Leine gehen, wird etwas angenehmer. Zur Zeit übe ich ein wenig mit ihm Sitz-Bleib und Platz-Bleib - ansonsten widme ich mich seinen Ohren - macht mich noch wahnsinnig.. das war aufgeplatzt (vom Schütteln, vom Kratzen???), dann immer wieder aufgescheuert, aufgekratzt, Halskrause drauf, trotzdem ständig wieder offen und blutig - ihm ist alles völlig egal, er spürt Schmerz irgendwie nicht - jetzt hat er schon eine kleine Kerbe im Ohr, weil es nicht abgeheilt ist. Die letzten beiden Tage geht er nun an der Leine, damit er es sich nicht wieder aufscheuert - heute sieht es seit langer Zeit wieder besser aus. Die Halskrause bleibt leider noch dran und bollert mir beim Spazierengehen in die Beine.
Weitere Baustelle: seine Rippen. o.k. ein bisschen besser ist es inzwischen geworden. Ich hab das Gefühl, als ob ich am Tag einen Pasta-Laden verfüttere - und es kommt mir meist so vor, als ob das Gesetz lautet: je mehr du mich fütterst, desto mehr kommt halt hinten raus. Die Tierärztin empfahl uns nun Nudeln, Fleisch, Kartoffeln und Müsli mit Honig.
Natürlich bekommt der Liebling NUR das BESTE: Weihenstefan-Joghurt mit lebendigen Joghurt Kulturen (was immer as auch so genau ist), Kellogs-Müsli mit Haferpops und Bio-Honig. Ich hab den kleinen Joghurt nur mal so daneben gestellt - das ist dann der Joghurt, den ICH esse... mit toten Kulturen für 23 Cent oder so.

Erwähnt habe ich auch noch gar nicht, dass ich jetzt für den Liebling und Aki einen VW-Bus kaufe... natürlich gebe ich das Geld auch hier WIE IMMER GERNE für meine Nothunde aus. Ne, aber alle Hunde im kleinen Micra, das nervt irgendwie. Und da vermutlich beide Hunde nicht so bald vermittelt sind, beiße ich nun in den sauren Apfel und kaufe einen blauen Bus, wo dann 5 Kennels nebeneinanderstehen... an jedem Kennel ein kleiner Haken mit der Leine und dem Geschirr des Lieblings... eine Holzkonstruktion mit 10 Näpfen drin (Wasser + Futter für jeden Hund).
Um Charly auch mal zum Spielen zu bringen hab ich mal versucht, Aki und Charly zusammenzubringen - ich mach dieses Spiel sehr gerne - 2 Beißer so direkt an der Hand... und wenn sie mich erwischen, dann prickelt es in der Hand immer so aufregend. Manchmal haben beide zusammen gezogen, aber dann zog Charly ein paarmal so fest, dass Aki fast durch die Wohnung flog bzw. einen Gebissverlust zu befürchten war (wobei - im Grunde würde das ja sogar ein Problem lösen, wenns die Eckzähne sind ;-) - danach hatte Aki komischerweise nicht mehr richtig Lust zum Spielen und verzog sich.
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Man soll nicht aufgeben! Also hab ich weiter mit Charly gespielt. Ich habe es leider nicht fotografiert, aber der sensible Jagdhund hat mir den Eckzahn so in den Daumen gerammt, dass alles geblutet hat und nun ICH, so wie Aki keine rechte Lust mehr auf diese Spielchen habe (nein, es war nicht böse von Charly, er merkt es nur nicht, wo er hin beißt). Ich brauche Gartenhandschuhe.
Am liebsten mag ich Charly und Aki, wenn sie im Körbchen liegen :-)

Eigentlich hatte ich das Seitenbacher-Dinkelpopzeug (man beachte den Namen "Düsis"!) für Charly gekauft. Die Tierärztin meinte nämlich, ich solle viel Kohlehydrate, Joghurt und Müsli mit Honig verfüttern. Mein erster Geschmackstest mit den Pops war hmmm... recht fade und gesund. Aber man gewöhnt sich dran. Und siehe da, die ganze Meute war begeistert davon, sogar Lenchen. Für Charly war es ein wichtiger Tag: er darf sich nun zunehmend in der Wohnung frei bewegen. Die Halskrause hat er wegen seiner Ohren - leider ist diese blöde Narbe unten am Ohr immer noch nicht abgeheilt. Es hilft nichts, es muss jetzt endlich zuwachsen.
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weil ich immer wieder gefragt werde, was ich meinen Hunden so füttere: das ist nun ein typisches Menü mit Fleisch (meist roh), Flocken (Dinkel und Hirse) und bisschen Gemüse (manchmal auch Obst - vor allem zur Deko) |
Endlich ist die Sonne bisschen weg und wir können unser Wanderprogramm wieder aufnehmen. So stiefeln wir nun mit den ganzen Hunden durch die weiten fränkischen Wälder. Ein wunderschöner Ort ist die Burgruine Lichteneck:
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Die Hunde halten erstaunlich durch. Sogar der kleine Westie! Aber abends war es dann doch erstaunlich ruhig in den Körbchen... Der Blick: "Du, wir müssen gar nicht mehr aufs Klo!!!" Schön ist, dass Charly nun auch immer öfter frei laufen kann. Heute war er fast die ganze Wanderung frei. Es ging wieder durch den Wald durch viele komisch geformte Felsen. Wie lange die wohl noch stehen?
Lenchen war natürlich schon wieder ganz woanders... |
Der Abstecher zu einer Ruine wurde am Schluss etwas hektisch. Coffey verweigerte die Treppe bergab ('kann ich nicht, will ich nicht - bitte tragen'- Charly wäre um ein Haar in dieser Zeit in einen Hühnerhof gesprungen... |
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Nachdem wir lange lange gelaufen waren, kam der historische Moment, wo Charly tatsächlich müde auf dem Boden lag. Freiwillig! Unglaublich. Dieser Hund ist mal müde!
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Mit einem Grunzen gings dann in die endgültige Schlafposition. Muss man denn tatsächlich immer soo lange laufen? Immer dieser Extremsport... |
übrigens ist die Kopfhaube nun wieder manchmal ab - das Ohr ist fast ganz abgeheilt, die Haut aber noch sehr dünn. Ich geh mal auf Nummer sicher und lass die Krause öfter noch drauf. Das Gepupse dauert immer noch an. Mal mehr, mal weniger. Aber zugegeben, ich hab das Moor, die Melasse, die Heilerde und den Kram ein bisschen vernachlässigt die letzte Zeit ;-) Sonst mit ihm alles im grünen Bereich. Eigentlich ist Charly unglaublich brav und entgegenkommend. Ein sehr angenehmer Hund finde ich.

Da wir uns weiter vorgenommen haben, unsere Tiere zu misshandeln (siehe Beiträge zu Aki im Westieforum), sind wir heute ein paar Stunden auf den Eibengrat gegangen und haben die Hunde (vor allem den Westie!) über die Felsen gehetzt.
Charly ist ja sicher noch nie solche Wege gelaufen. Ich war überrascht, wie trittsicher er die ganzen engen Wege bewältigt.
Es ging über viele, viele Felsen. Enge Wege dazwischen und viele Passagen, wo die kleinen Zwerge getragen werden mussten. Aber fetzig war es für die Hunde. Jeder Fels musste nochmal von unten untersucht werden. Aber wo bleiben nur immer diese lahmen Menschen??? Was machen die denn??? Kann man doch wirklich einfach rüber springen....
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Der Charly war übrigens durchaus an der Leine - aber an einer langen Lederleine. Leider ist er gestern in einer anderen Schlucht zum ersten Mal so richtig durchgebrannt. Sprang oben am Rand der Schlucht mit Spurlaut einem Tier hinterher... Ruhiges Warten in der Schlucht... von ferne Spurlaut... von ferne ein Krankenwagen, der immer näher kam... doch schließlich nach vielleicht einer halben Stunde kam Charly genau auf dem Weg, den er gegangen war, wieder zurück, legte sich bäuchlings in den Bach und beschloss, dort erstmal zu warten und sich zu erholen.
Ein Höhepunkt der Wanderung heute ist die große Treppe in den Himmel. So etwas ist klasse, wenn man mehrere Hunde hinaufbefördern muss. Die dicken Beagles verschwanden angesichts dieser Herausforderung erst einmal weiter unten an den Hang und spielten unter irgendwelchen Felsen - kamen natürlich nicht, als ich rief... kamen natürlich auch nicht, als ich nochmal rief... kamen dann irgendwann, als ich das x. Mal rief, wollten aber gleich wieder gehen...
Charly seeehr aufgeregt. Musste warten. Alle Hunde seeehr aufgeregt. Die dicken Beagles wurden von mir hochgeschleppt. Selbstverständlich mit Freude... andere gehen für so etwas ins Fitness-Studio. Coffey geht oben - alleine - gleich an die Essenssuche, Lena - alleine - stöbert mal bisschen nach Wild. Aber Charly ging doch tatsächlich alleine diese Stahltreppen rauf! Genial. Ich dachte schon, ich darf ihn auch noch tragen. (Für das Westieforum, das gerade über meine Tierquälerei recherchieren möchte - ich glaube, ein Buch soll es werden - hüstel - : Aki wurde selbstverständlich hochgeworfen).
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Und dann: ein sehr müder Charly:

(Aki haben wir in den Felsenkerker gesperrt und holen ihn nächste Woche wieder ab).
Die Wintersaison hat wohl angefangen?? Alles fröstelt feucht vor sich hin. Ich habe für Charly heute angefangen, einen Mantel (für nach dem Spaziergang) zu nähen - wieder im Eisbärenlook. Hab ihn vorhin damit zugedeckt und er hat es genossen! (Keine Sorge, liebe Westiezüchter, der Aki kriegt KEINEN Mantel!)
Er macht sich super gut. Heute flogen um ihn viele Schwalben herum und zum ersten Mal ist er trotzdem bei uns geblieben. Auch beim Spaziergang im Wald ist er schön mit uns getrabt (o.k. gelegentliche Erinnerungshilfen mussten sein ;-) - aber vorbei mit dem Getobe ins Unterholz - man hatte ja das Gefühl, man ist mit einem Rennpferd unterwegs. Ne, macht er wirklich prima inzwischen.
September 2007

Auf ins Hotel Wolf. Diesmal darf auch Charly mit. Wir waren viel wandern (mit dem Resultat, dass Coffey danach lahmte...) und haben uns einfach ein paar schöne Tage gemacht. Mit so vielen Hunden kann man fast nirgends Urlaub machen - dachten wir... und haben dann doch in Garmisch etwas gefunden, was einfacher, aber auch billiger ist. Für die Zukunft werden wir wohl diese Unterkunft wählen.
Ich hätte es nicht gedacht, aber ich konnte Charly tatsächlich auch dort frei laufen lassen. Er rannte wie ein Depp den Vögeln an der Ammer hinterher - zackzackzack - bis der Vogel dann übers Wasser flog. Aber er hört immer besser. Ohne Ablenkung fliegt er oft richtig herum - wie man sichs wünscht!
Pünktlich zum Mantrailingkurs von Frau Liebeck sind wir angekommen (haben aber nicht mitgemacht). |
Das Hotel Wolf in Oberammergau, was ja schon viele kennen. |
Hallo, da bin ich! Nix laufen?? Leckerchen?? Frauchen krank?????? |
O.k. Leckerchen wenigstens. Richtig krank scheint sie nicht zu sein. |
Da gibts tatsächlich in Garmisch Partenkirchen eine Gondelbahn, die
incl. Eintritt Partenachklamm nur 8 Euro für eine Fahrt rauf nimmt +
Hunde kostenlos. |
So sitzt man dann oben und hat einen herrlichn Blick auf das Zugspitzmassiv. |
Coffey bei der Physiotherapie im Hotel Wolf. Doch das wird ein eigenes Kapitel. |
Und weils in den Bergen so schön war, sind wir noch zum Taubenstein bei Bayrischzell und mit der Gondel hochgefahren.


Und dann, nach langer Fahrt, wieder daheim im Marienpark:
Novemberg 2007
Die Wiesen sind nicht mehr so grün, es wird schnell dunkel, alles ist schmutzig von den Hunden und Charly ist immer noch da.
Ach und lauter erfolglose Vermittlungsversuche...
Die Fahrt zu dem Mann, der seinen toten Hund in einer Tüte auf dem Balkon hatte...
Es war der erste Anrufer bei Jagdhunde-in-Not und wir freuten uns, weil wir dachten, der sei es. Er stellte sich als ehemaliger Jäger vor, der am liebsten alleine ist und viel, viel wandern geht - oft den ganzen Tag. Er habe immer Hunde gehabt und sein letzter sei gestern leider überfahren worden. Der liege noch auf seinem Balkon und müsste zum Einäschern gebracht werden. Er klang gut am Telefon und ich dachte, für Charly würde so ein leicht verschrobener Typ sicher passen. Das mit dem Hund auf dem Balkon war zwar skuril, aber trat doch in den Hintergrund. Jeder ist halt anders mit seinem toten Tier...
Wir haben also einen Termin ausgemacht. Ich hatte
angeboten, zum Kennenlernen bis kurz vor München zu kommen. Beim Erklären
fiel mir schon auf, dass er überhaupt nichts peilt. "Wir treffen uns Ausfahrt
Allershausen, im Ort XY von Ihnen aus links der Autobahn, gleich am Ortseingang...
" Er: "also wir treffen uns in Allersber" Ich: nein ich sag doch, im Ort
XY... So ging das recht lange hin und her und ich fing an, an seinem Verstand
zu zweifeln. Er wolle sich das mal aufschreiben - o.k. dachte ich, in dieser
Form wird er es ja wohl raffen. Ich fuhr los und fast 2 Stunden bis in diesen
Ort XY. Kalt. Feucht. Warten am verlassenen Ortseingang. Dann Anruf: er sei
jetzt auf dem Rasthof XXX (rückblickend war das fast vor Nürnberg) und ich
solle doch da hin kommen. Ach ich sei schon so weit gefahren - naja ich könne
ja umkehren - müsse ich ja sowieso, wenn ich wieder nach Nürnberg komme -
treffen wir uns doch an dieser Rastanlage. Es hatte was von Loriot. Ich begann
zunehmend an ihm zu zweifeln. Völlig bekloppt und ärgerlich dazu war das.
Wir machten nun einen neuen Treffpunkt aus: Ausfahrt Pfaffenhofen beim McDonalds.
Nach längerer Zeit (ich dachte schon, er findet es wieder nicht) kam ein
älterere Mann zum McDonalds hoch. Wir fanden, er sieht eigentlich nett aus.
Damit er Charly bestechen konnte, lief ich ihm mit Charly entgegen und drückte
ihm ein paar Pommes in die Hand: "Geben Sie das Charly!" Keine Reaktion -
Blick wie ein Auto. Ich nochmal:
"Geben Sie das Charly!!!!" Er schon die Hand ausgestreckt, um den
einfrierenden Charly zu tatschen. Ich nochmal energisch: "Sie sollen das
dem Hund geben!!!! Sie können den nicht einfach streicheln!!!!!" Glotzt er
mich wieder an und schiebt sich die Pommes selbst in den Mund. Kein Kommentar!
Dann kam er hinter an unsren Tisch, lief einfach
über die große Hundedecke - taumelte, rutschte, flog fast der Länge nach
hin - ich dachte: Epi??? Alkohol??? Er stank wie ein Penner. Wirklich widerlich!
Aber man ist höflich. Wir tranken also einen Kaffee zusammen. Er nahm Charly
an seine Flexi und peilte nichts - einfach nichts. Charly lief los mit der
Flexi an Nachbarstische, sprang da hoch -der Mann guckte nicht mal hin. Wir
sagten ihm mehrfach, dass er den Hund halten müsse, dass er schon am Nachbarstisch
sei - war dem völlig egal "jaja" und laberte weiter. Melanie zog ihn immer
mal wieder zurück. Ich wollte es mir noch eine Weile anschauen. Dann fing
er an, ewig an Charly herumzutatschen. Ich immer "ist gut Charly" - Charly
hob immer die Lefzen - der Mann sah es gar nicht - nahm ihn dann auf einmal
und hob ihn hoch - alles wie der letzte besoffene Penner. Hatte dann immer
so Sprüche "ich geh immer sofort zum Tierarzt" - vermutlich hatte er gelernt,
dass das die Leute gerne hören wollen... Ich dachte immer noch, dass es vielleicht
gehen könnte (rückblickend bescheuert...). Hab dann gemerkt, dass er weder
lesen noch schreiben kann - vermutlich hat er deswegen auch die Ausfahrt
nicht lesen können (hinterher weiß man mehr...). Charly mochte
ihn nicht...
Beim Rausgehen zog Charly wie eine Sau noch vorne - der Typ konnte sich vor
den Treppen gerade noch an einem Stützding halten, sonst wäre er mit dieser
bescheuerten Flexi fast hinter Charly die Treppe hinuntergeflogen. Er wurschtelte
dann unten an seinem Kofferraum - die Flexi komplett locker. Charly lief
zweimal fast in ein Auto - von dem Typen gar nicht bemerkt ..
Und da war dann endgültig der Punkt - Höflichkeit hin oder her - dass ich
überlegt habe, wie ich aus der Situation rauskomme. Melanie hatte den selben
Gedanken. Ich nahm meine Leine und klinkte seine Flexi einfach aus - selbst
das hat der Typ fast nicht mitbekommen - nix wie weg hier!!!!! - wir sprangen
ins Auto, die Coffey in Windeseile mit Schwupps hoch auf den Schoss gezogen
(die braucht sonst ewig zum Einsteigen - könnte ja was auf dem Parkplatz
rumliegen) - "mach schnell!" - Ich hab dann aber doch nochmal kehrt gemacht
und ihm gesagt, dass er den Hund von mir nicht bekommt. Er meinte, das habe
er sich schon gedacht. "Dann nehmen Sie den Scheiß-Hund halt wieder mit".
Und das taten wir. Ne so einen Platz muss Charly nicht kriegen. Mein Gott,
war das ein Penner. Vermutlich ein ehemaliger Alki, dem das Hirn ganz schön
weggestorben ist - er sprach immer von so einer Trinkhalle... brrrr...........
Die Interessentin aus Mönchengladbach
Noch am selben Abend rief eine Frau an, ihr würde Charly so gut gefallen und sie hätte ihn gerne. Völlig ohne Voranmeldung (o.k. ich bin ja flexibel) stand sie am nächsten Wochenende auf einmal in Nürnberg und wollte Charly unbedingt kennenlernen (schon ungewöhnlich, wenn mal nicht kommt "aber holen kann ich ihn nicht" "mein Auto ist gerade in der Werkstatt, können Sie ihn vielleicht bringen?").
Sie kam an und hatte eine riesige Tüte mit frischen Cabanossis im Auto. Keine Frau, die zum Hund sagte "nein, das kriegst du nicht" "nein, das ist nichts für dich, das ist ungesund" oder "mach Platz" - nein, eine Frau, die eine Wurst nach der anderen an Charly weiter gab und auch nichts dagegen hatte, wenn er die eine oder andere zur Beschleunigung der Dinge mal selber holte. Klar, Liebe geht doch immer wieder durch den Magen. Charly dockte an und wir fuhren zusammen auf die Hundewiese.
Der Weg vom Auto auf die Wiese war ganz lustig: Zerrte nun der Hund oder zerrte die Frau? Beide flogen jedenfalls dem Park entgegen - typisch Charly... er sieht sofort seine Gelegenheiten kommen... Mistbock....
Aber im Park selbst benahm er sich perfekt. Gut, er musste natürlich auch ständig seine Würstchen kontrollieren, die es weiterhin gab. Vögel im Gebüsch versus Würstchen?? Das Essen siegt :-) Dann nahm er wieder eine Krähe mit - es muss für sie ein Spaß gewesen sein - sie flog immer vor seiner Nase und wenn er zu nah ran kam, stieg sie ein Stück in die Höhe, um dann wieder vor seiner Nase zu fliegen. Macht Charly gaga!!!!
Die Frau ging mit Charly dann auch noch ins Cafe Fatal (die Insider kennen es schon von Paul und Tom...). Charly saß als treuer Jagdhund an ihrer Seite. Die Frau kam prima mit ihm zurecht, wollte ihn erst sofort mitnehmen, entschied sich dann aber, nochmal zusammen mit ihrem Mann zu kommen und zusammen den Hund zu holen. So wie es aussieht, hat Charly tatsächlich ein Traumzuhause gefunden. Der Kennel für ihn steht schon bereit, in die Ausbildungsschule darf mit (schon gefragt), der Clicker wurde bereits gekauft und Manuela mit ihrem Dogdancing wohnt gleich 2 Ausfahrten weiter.
Charly im Märchenland??????? Charly, der hinter den Gitterstäben saß und keine Chance mehr hatte... Charly bekommt eine Besitzerin, die so ist, wie ich es nie zu hoffen gewagt hätte??? Die ihm eventuell auch noch eine Gefährtin holen will, damit er nicht allein ist. Daumen drücken! Ich würde es ihm wirklich von ganzem Herzen wünschen!
Charly im Märchenland??? Die liebe Fee hat ihn ganz einfach sitzen lassen und sich nie mehr gemeldet. So ist die Vermittlungsrealität...
Charly beim Fernsehen
ach... dazu müsste ich eigentlich auch mal was schreiben....
Charly in Kassel
ach... dazu müsste ich eigentlich auch mal was schreiben....
Dezember 2007
Charly ist weiterhin hier und brackiert eifrig
vor sich hin ;-)
Doch immerhin gibt es ein kleines Licht am Horizont. Aus Berlin kam ein Anruf,
ob Charly noch zu haben sei. Sie haben bereits einen Rigdeback-Rüden (18
Monate?) und möchten noch einen Hund dazu, der nicht ganz so schwer ist.
Am 7.1. kommen sie von ihrem Urlaub in Köln in Nürnberg "vorbei" und nehmen
ihn hoffentlich mit.
Sehr nett fand ich die Formulierung in einer mail - manchmal sind es nur Kleinigkeiten, aber sie lassen doch auf eine bestimmte Denkweise dem Tier gegenüber schließen. Ich hoffe, liebe Berliner, dass ihr nicht böse seid, dass ich es hier veröffentliche!:
Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Bachblütentropfen
bei Trennung helfen
können. Wäre es empfehlenswert Charly damit ein bisschen zu helfen,
falls er
sich entschließen sollte, bei uns mitzukommen? [Anmerkung
der jetzigen Besitzerin: Liebe Kerstin. Ob sich Charly entschließt hängt
ganz allein von euren Heilig-Drei-Königs-Gaben ab. Es ist stets zu bedenken,
dass es sich bei Charly inzwischen um eine Speckmade handelt. Laut Diffusionsgesetz
fließt der Hundebauch dahin, wo die höhere Futterkonzentration ist.]
Nicht lachen, aber wie sieht es mit Charlys Schlafgewohnheiten aus? Körbchen, Couch oder Bett?? [Anmerkung der jetzigen Besitzerin: die Schlafgewohnheit ist bisher weit jenseits von Charlys Wünschen organisiert worden! Auf einer Skala von 1-100 wird das Körbchen mit 0 Punkten, die Couch mit 60 und das Bett mit 100 Punkten geratet - leider muss der menschliche Partner dafür im Hundekörbchen schlafen.]
Unsere Pferde sind ca. 30 km entfernt. Der Hof erlaubt freilaufende Hunde, solange den Hühnern, Enten und dem Pfau nichts passiert......wir haben unserem Elo eingeschärft: nur gucken, nicht anfassen......er hat es begriffen. Charly bekäme dort die rote Karte, wenn er ein Hühnchen anschleppt.... [Anmerkung der jetzigen Besitzerin: hihi - kein Thema - Charly LIEBT Vögel und begreift sicher schnell, dass diese Tiere wichtig sind... räusper... man müsste halt jeden Tag einen neuen Pfau kaufen - würde aber dafür die Hundebüchse sparen!]
Charly kann inzwischen nicht nur Pfote in die Hand geben, sondern auch TAPP rechts/links. War für ihn gar nicht leicht, die Seiten zu unterscheiden. Macht ihm aber viel Spaß!
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Januar 08
Heute haben die Hunde einen Erlebnisspaziergang geschenkt bekommen und ich hatte SCHWIERIGE Aufgaben mit Charly zu erledigen. Die Hauptaufgabe war allerdings, dieses Tier überhaupt von seiner wichtigen - überaus wichtigen! - Brackierarbeit in den Waldstreifen abzurufen. Schließlich hat man wirklich besseres zu tun, als irgendwelche Übungen mit Menschen zu machen!!!!!!!! Schwarzer Schatten am Horizont. Howhowhow.... howhow.... Vögel gibt es sehr viele!
Charly bekam u.a. die Aufgabe, einen Kongball
leerzumachen. Hat er erstmal gar nicht kapiert und wollte schon wieder davon
rennen... 'was denn - ich will jetzt nichts essen - was soll denn mit dem
Ball sein - tschüss'.
Vermutlich wollte er nett zu uns sein und hat unmotiviert die Leckerchen
aus dem Ball geholt - howhow... und tschüss...
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Weiter bekam er die Aufgabe, Leckerchen aus einem Maulwurfshügel auszubuddeln. Das macht er ja sehr gerne. Aber man muss bisher noch sehr direkt zeigen, wo er "suchen" soll. Gut, dass wir so viele Maulwürfe haben :-)
Am Schluss war meine Aufgabe, alle Hunde absitzen zu lassen, vier Schritte wegzugehen und die Hunde aus dieser Entfernung Platz machen zu lassen. Wenn ich das schaffen würde, gäbe es einen Kaffee extra. Ich brauch nicht viel zu sagen. Das Bild spricht für sich... bei nassem kaltem Boden legen wir uns nicht hin!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 'Platz???? Was bedeutet Platz???? Wisst ihr, was sie meint????? NÖÖÖÖ!!! Keine Ahnung. Bleib halt mal einfach sitzen.'
Unsere letzte Wanderung?
Morgen kommen die neuen Besitzer aus Berlin um Charly zu holen und wenn alles klappt, war es wohl heute unsere letzte gemeinsame Wanderung. Wir sind zur Lillachquelle bei Weißenohe (Raum Nürnberg) gewandert. Die Lillach ist ein ganz besonderer Bach, ein Kalktuffbach. Über viele Sinterstufen fließt die Lillach von der Quelle ins Tal. Diese Stufen sind in der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren entstanden.
Wenn das Wasser sehr kalkhaltig ist können Tuffbäche entstehen. Durch Verwirbelungen im Bach kann das CO2 wieder entweichen, so dass der Kalk ausfällt. Diese dünnen Kalknadeln lagern sich dann ab. Darüber wachsen dann wieder Moose und Algen, so dass die Kalke stockwerkartig auftreten. Im Jahr kommen ca. 2-3mm dazu. Diese Tuffkaskaden sehen wunderbar aus! Leider hatte ich nur mein Fotohandy dabei. Eine genauere Beschreibung (leider ohne Bilder) gibt es unter:
http://www.weissenohe.de/Sinterstufen.html
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Besuch aus Berlin
Schnell wie der Wind kamen die Berliner nach Nürnberg geflogen. Wir hatten einen herrlichen Wintertag mit zum Teil blauem Himmel und ausgesprochen angenehmen Temperaturen. Treffpunkt war der Wiesengrund, wo Charly freudig und problemlos "brackieren" kann.
...bis er den Berliner Rigdeback entdeckte... Alarm: Eindringling in meinem Revier!!!! Großer Rüde!!!!! Howhowhowhow...
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Doch der Berliner machte auch howhow.. Nach einer Niederlage für Charly am Morgen mit einem Husky ein weiterer Tagestiefpunkt. Dieser Berliner ging einfach nicht weg.
Der Kampf der Giganten dauerte an. Und wir Menschen guckten etwas ratlos in die Röhre...
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Probieren wir es mit "social walks". Der Berliner Trupp setzte sich in Bewegung -beide Herren an der Leine (was mit sehr einem aufgeregten Rigdeback, der nur rüber zu Charly ziehen wollte und das mit Brustgeschirr... und Charly mit howhow eine gewisse Komik hatte :-)))) also natürlich vor allem für uns Zuschauer, die wir mit schläfrigen Beagles und Colin so rumstanden :-)))) Immerhin so ging es besser. Hmmm.... was tun....
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Wir verbrachten den Nachmittag lange im Wiesengrund, tranken schön Kaffee zusammen und gingen wieder in den Wiesengrund. Mal ging es besser, mal wieder schlechter. Einige waren sich die Herren nur einmal so richtig: Komm wir gehen mal da hoch in das Waldstückchen, da kann man jagen!
Einig waren wir Menschen uns, dass es nicht vernünftig wäre, Charly so mit nach Berlin zu nehmen. Seit langer Zeit aber wieder waren da Menschen, die nicht einfach sagten "leider können wir den Hund nicht nehmen"- nein, diesmal sind da Menschen, die ernsthaft nach einer Lösung suchen und auch verdammt viel investieren, um einen Weg zu finden. Ich muss sagen, das hat mich gefreut!

Wir wollen uns nun Donnerstag bei Leipzig im Muldental treffen. Die Berliner nehmen Charly von da mit nach Hause, probieren es aus - wir bleiben bis Sonntag im Gasthof (http://www.kastanienhof-threna.de/start2007.htm). Wenn es klappt, bleibt Charly in Berlin. Klappt es nicht, sind wir in der Nähe und können Charly wieder mitnehmen bzw. hoch nach Berlin fahren. Leider gibt es für solche Hunde nicht immer die bequemen Lösungen... Der Kennel für ihn im Auto steht schon bereit. Die Rüden können sich für die nächste Runde erholen ;-)
Geschafft :-)
Wir trafen uns tatsächlich bei Leipzig im Hotel und Charly wurde in den Kennel verladen. Elo, der Ridgeback, war recht aufgeregt, den Nebenbuhler da vor sich zu haben - wir dachten schon, er macht jetzt während der Fahrt immer Hoppa auf Charlys Kennel - Charly röhrte aus dem Gitter raus. Aber als die Decke über dem Kennel hing und die Autoklappe zuging, war Ruhe im Karton und beide Hunde fuhren ruhig nach Berlin. Elo dachte vermutlich die Fahrt über drüber nach, ob das nicht ein Irrtum wäre - ob dieser - DIESER HUND auch noch... - tatsächlich mit in DIESEM Auto fahren muss - ob man wohl den Kennel entriegeln könnte und dem Charly einen Tritt nach draußen geben könnte - merken die Fahrer vorne doch gar nicht - und bis man in Berlin ist - mei - keine Ahnung - der Charly war auf einmal weg - KEINE AHNUNG wo der geblieben ist....
Doch ab Berlin wurde es ganz schnell anders. Was wir nicht zu hoffen gewagt hatten, trat ein: Charly tobte auf einmal mit Elo durch die Wohnung und lag schließlich mit hängender Zunge auf dem Boden herum. Die beiden kommen klar miteinander. UND: Charly kommt auch mit den Menschen klar. GRATULATION ihr Berliner! Das ist wirklich ein Happy End!
Ende Januar
Die Herren mussten es nun doch nochmal wissen... es gab ein kurzes Gemetzel - einer bekam ne blutige Nase, der andere ein blutiges Ohr. Seitdem verstehen sie sich anscheinend wieder prima. Was heißt "anscheinend" :-):

Dann kam eine Mail und ich dachte schon, das wars... Charly hatte beim Pfotenabputzen die Tochter ins Handgelenk gebissen. Immerhin "nur" blutig, aber halt trotzdem. Er hatte sie auch ein paar Tage vorher im Wohnzimmer kurz angeknurrt. Kurze Episoden, nach denen er wieder friedlich war - nach dem Motto "Fleischwurst nehm ich gerne, aber zu sagen hast DU mir nichts!"

Normalerweise kommt nach solchen Situationen ja "der Hund muss sofort zurück", nicht so bei den Berlinern. Die haben reagiert. Charly darf nun doch nicht mehr ins Bett und aufs Sofa. Er durfte auch mal frei laufen :-))) Lustig wars... eine Weile sprang er fröhlich so durch die Wiesen... und sprang dann vergnügt in die weiten Wiesen und Wälder. Es wurde sehr still um die Berliner. Der Adrenalinspiegel stieg... Frauchen krabbelte mit Elo fluchend durchs Unterholz, um Charly zu suchen. Irgendwann dann in weiter weiter Ferne mehrere Rehe. Eigentlich konnte man davon ausgehen, dass hintendran etwas Kleines Schwarzes ist. Doch es kam nichts. Es war weiter totenstill. Kein Kopov weit und breit. Zurück zum Ausgangspunkt... 'da werden wir Marion wohl sagen müssen, dass ihr Charly weg ist' - 'aber Marion hat gesagt, ein Kopov kommt immer wieder zum Ausgangspunkt zurück - man weiß nur nicht WANN' - Schweiß, Angst, Hoffnung... und irgendwann sprang der Elo in das weite Feld vorne und brachte etwas Kleines Schwarzes mit. Uff. Immerhin, Charly konnte endlich mal wieder brackieren :-)

Bilder sollen schon lange kommen. 'Ich muss noch die Digitalkamera aufladen' - ja, die lädt und lädt - ist wohl ein altes Gerät, was lange braucht ;-) tja - und deshalb leider keine Bilder, aber doch die Vorstellung von einem zufriedenen Kopov.

Charly war nun mit seinen Untergebenen in der Hundeschule. 2 Privatstunden bei strömendem Regen + Sturm. Kirsten hat es so nett erzählt: Die Hundetrainerin kam in der perfekten Regenausrüstung - während Familie Berlin komplett unzureichend ausgestattet war. Man muss vielleicht doch mal etwas kaufen... Und so arbeiteten sie mit Charly und übten Antijagdtraining - warum eigentlich gerade DAS??? hihi - Charly war sehr kooperativ, obwohl viele Spuren am Wegesrand waren. Er fands wohl prima, etwas zu lernen. Ich stelle mir sehr bildlich vor, wie die durchnässten Menschen daneben herliefen...
Am Schluss gabs noch eine kleine Suchaufgabe: Julia (die Tochter), Kirsten und Jürgen versteckten sich und Charly sollte sie suchen. Klar, er fand sie auch - guckte sie kurz an - und rannte dann einfach weiter zum See... typisch Charly... 'spielts doch alleine, ich hab jetzt zu tun...'
Freu, freu, freu über die schönen Bilder und das glückliche Hundeleben, was Charly jetzt führen kann!!!
Ich hab neue Bilder erpresst :-))):
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Auf mein Schreiben, was der Charly auf dem Sofa macht :-): "DAS WAR KEIN SOFA!!!!!! Das war eine gemauerte Ecke im
Restaurant mit |
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...manche lassen ihre Drachen steigen, wir lassen Charly
hochgehen :-)) Die Fotos sind topaktuell und nicht gestellt.....gestern bei Sonnenschein am Grunewaldsee.... |
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dieses Bild hat irgendwie etwas von einer römischen Quadriga oder? |