Felino - ein ausrangierter Rüde vom Massenzüchter

Seine Geschichte findet ihr diesmal nicht hier, sondern in der nächsten Ausgabe (November 2008) vom Clickermagazin. Er wird dort unter dem Thema "Gelernte Hilflosigkeit" vorgestellt.

Mir fällt bei ihm immer wieder der Choral von Bach ein:
Zu hören unter folgendem Link (Choral Nr. 5): http://www.edel.de/Aktuell.77.0.html?&artist=2270&cHash=ccc9c18502

Wer hat Dich so geschlagen, mein Heil,

Und Dich mit Plagen so übel zugericht't?
Du bist ja nicht ein Sünder

Wie wir und unsre Kinder;

Von Missetaten weißt Du nicht.

Felino wurde von einem Massenzüchter noch vor dem Winter abgegeben, da er allmählich zu wenig Gewinn brachte und durch einen neuen Rüden ersetzt werden sollte. Unwirtschaftlich war er geworden. Immerhin wurde er nicht getötet, sondern verschenkt und damit er nicht in falsche Hände kommt, bin ich mit kleinem Micra an die tschechische Grenze gefahren und habe einen sehr ängstlichen, aufgeregten Beaglerüden in Empfang genommen. Er war leider ca. doppelt so groß, als ich das vom Foto her gedacht hätte...

Gerade ist der erste Abend, wo Feli entspannt in seiner neuen Sabro-Kudde liegt. Er hechelt nicht mehr :-) und sieht relativ zufrieden aus. Neuerdings wedelt er auch, wenn man ins Zimmer kommt. Seine Ohren sind immer noch verdammt feuer rot (sie waren voll mit Milben und Pilz) ... es muss total weh tun, aber er ist es vermutlich gewöhnt... Ein bisschen hört er auch schon auf seinen Namen.

Feli ist furchtbar müde von seinem Leben. Wir wissen nicht richtig, wo er herkommt und auch nicht, wo es mit ihm hingeht. Wir lassen ihn einfach sein, arbeiten ein wenig mit ihm und warten ab.

Die erste Woche hat Feli noch in der Wohnung im Kennel gelebt, um mir und ihm die Möglichkeit zu geben, zur Ruhe zu kommen Woche 2: Er kriegt extra eine schöne Sabro-Kudde. Die liebt er!!

Inzwischen läuft er auch schon frei an der langen Schleppleine. Wir haben gottseidank viele Gegenden, wo das recht problemlos möglich ist. Meistens schaut er, wo ich bin, aber manchmal trappelt er einfach los und wirkt leicht desorientiert... naja, die Alte springt dann... vielleicht mag er das ;-)

Neuerdings steigt Coffey freiwillig zu ihm in den Kennel. Es ist komisch. Mit Lucky gibt es hier immer wieder Stress und Gezank. Mit Feli gar nicht. Es wirkt so, als sei er schon immer hier gewesen.

 

So, das Clickermagazin ist raus und ich werde mal hier wieder bisschen weiter tippen. Feli macht sich. Seine Muskeln werden kräftiger und er kann sich zunehmend besser bewegen. Ja. Das ist eigentlich schön. AAAABER er galoppiert jetzt zunehmend auch weg. Ich probiere im Wiesengrund und auf der Hundewiese, dass er auch ohne Leine läuft und aufpasst, wo ich bin. Ohhhhh jeeeee..... manchmal rennt er dann einfach los und kriegt nichts mehr von mir mit. Es kostet einige Nerven, darauf zu warten, ob er nicht doch wendet bzw. im Notfall dann mit Speed loszurennen, um den Hund einzufangen (bei seiner Handscheuheit ein besonders heikles Manöver...). Es wird aber besser. Wenn er nicht müde ist, dann wendet er schon oft von alleine.

Er orientiert sich sehr an Lucky, d.h. rennt Lucky weg (ein Dauerzustand ;-), dann rennt auch Feli weg. Kommt Lucky zurück (kommt auch vor), kommt Feli manchmal mit - also dann, wenn er mitbekommt, dass Lucky zurückrennt. Sonst denkt er irgendwie, dass er sich auf jeden Fall an Hunde halten muss und tappelt ganz einfach mit anderen Hunden mit. So richtig gut sehen und hören tut er wohl auch nicht. Wir rennen jetzt also wie die Behinderten groß winkend und schreiend Feliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiino über die Hundewiese ;-)

Seine Ohren sind weiter pilzig, zwar nicht mehr so, aber doch, obwohl er jetzt schon Aurizon bekommt. Ich hoffe, dass er sich insgesamt stabilisiert und der Kram irgendwann von innen weg geht.

Der Galopp strengt noch ganz schön an... aber macht sooo Spaß!!!

Sportlich ;-) den anderen nach, den Hang hoch: