Er sitzt nun schon eine ganze Weile dort. Nein, ICH will ihn nicht, nicht schon wieder so einen schwierigen Hund daheim und überhaupt....
"ja, ich weiß, dass dort ein Beagle in Not sitzt - nein, ICH will ihn nicht haben, nimm du ihn doch..."
"Hast du schon gesehen, da sitzt ein Beagle im Tierheim Berlin!"... oh mann, ja, ich weiß es!!!! Ich will diesen Beagle aber nicht. Fahr halt mal hin und mach ein paar Bilder. Im Text steht 50cm groß, nicht kastriert. Ne, also wirklich nicht. Schließlich kann ich nicht alle Beagles nehmen, die irgendwo im Tierheim sitzen. Sollen doch andere den Hund nehmen, wenn es ihnen so wichtig ist...
O.K. Marietta war auf einmal super schnell und ging ins Tierheim. Hier ihr Originalbericht:
wie sollte es auch anders sein, die zuständige Pflegerin
hatte freies Wochenende. Guido sitzt immer noch im Krankenstall, er muss
noch die Zähne gemacht bekommen und ist wegen schlimmer Ohrenentzündung
in Behandlung, bekommt Antibiotika. Das ist gesundheitlich aber schon alles.
Verhalten:
Ich hab mir die Ärztin geschnappt und durfte mit blauen Schuhen an den Füssen
mit rein. Hallo Guido...ganz leise gesprochen....Antwort : rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr.
Oh, Besuch.... |
Kenn ich
nicht... |
Oh ja. Die Ärztin fragte den Pfleger der Dienst schob ob er Guido in den
Freilauf bringt, zwecks schöner Fotos. Antwort Pfleger: Nee, er geht da
nicht rein, Aha. Die Ärztin wollte auch nicht rein zum Hund, gut...ich hab
dann auch verzichtet und Fotos durchs Gitter gemacht. Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr......kam
es von der anderen Seite.
Die Ärztin erzählte dann was sie weiss, sagt aber das die Pflegerin
besser Bescheid weiss, gut, die war aber nicht da. Also Guido wurde erst einmal
lange da so in Ruhe gelassen ( Im Krankentrakt ist es sehr still) , bis er zu
einer Person Vertrauen hat. Die kann ihn nun wohl ganz gut händeln.
So, geht diese blöde Kuh da vorne jetzt mal wieder??? Ich hab gerade geschlafen. Ich sags nur... |
Ich peils nicht. Muss ich mich jetzt aufregen? GEHHHH DU DUMME KUH DA!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Herrje nochmal. Wenn ich irgendwas hasse, dann sind es Menschen am Feierabend. |
BÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHHHH - SCHLEICH DICH!!!! |
Auf mich macht er nicht den Eindruck des bösartigen Tackers, er hat eher
Angst. Sieht man auch schön am dritten Bild, da drückt er nämlich ängstlich
seinen Arsch an die Wand. Stand dann auf und verschwand hinter der Klappe. Um
uns dann "mutig" weiter durch die Scheibe zu beobachten. Irgendwie scheint
der durch den Wind zu sein.
Das war es dann auch mit den Fotos, er kam nämlich nicht mehr raus
:-(
So, das war es.
Grüße Marietta
Sieht ja eigentlich ganz nett aus, dachte
ich so. Anscheinend ist er doch nicht so groß...
Ja, und jetzt sieht es tatsächlich so aus, als ob ich ihn holen werde. Er soll
noch kastriert werden - für den Fall, dass er doch länger nicht vermittelbar
ist und hier die Läufigkeit anfängt - und dann kann ich ihn wohl holen. Wie
das dann alles mit ihm geht, steht in den Sternen. Ein echtes kleines Puschelchen
mal wieder ;-)
Ende Mai - Neues von Guido, den ich zu Alwin umtaufen werde
Guido hatte Glück, er bekam Besuch und durfte einen schönen Nachmittag außerhalb des Tierheims verbringen. Hier Nastasjas Bericht (und der klingt prima!):
"Heute waren wir mit Katrin+Hund Guido besuchen.. Erwartet hab ich einen Hund, der Nastasjas prinzipiell die Nase abbeißt.
Was dann tatsächlich durch die Tür kam, war ein entspanntes Riesenbaby – ein
einfach unglaublich großer Beagle mit großen Pfoten und großen
Schlappohren, der relativ entspannt zuerst durch die Tür und dann hinaus
auf die Wiese wollte. Die Pflegerin ist unglaublich nett, erklärte mir
viel und wie man erkennt, dass er hochgeht (wird steif, macht die Bürste,
knurrt, geht los) und führte ihn dabei ganz cool durch die Halle, die
am Sonntag Nachmittag bis zum Rand mit Menschen, Kindern, Hunden, Katzen
gefüllt war. Beim Ausfüllen des Gassi-Formulars liegt plötzlich
ein Beaglekopf an meinem Bein, meine erste Vermutung („Geschmacksprobe“)
entpuppte sich als Kuschelversuch, meine testend abgesenkte Hand wird dann
aber doch angeknurrt. Also besser kein Kontakt. Kleiner Umweg zur Krankenstation
für Halsband und Leine (lässt sich beides problemlos anlegen – zumindest
von der Pflegerin) und ab hinaus auf die Felder. – Vor dem Gebäude
wurde erst mal markiert, ignoriert, geschnuffelt, meine Leckerli fand er
gar nicht gut, als wir am Ende des Parkplatzes ankommen, haben wir eine Dorsch-Knoblauchkeks-Yarrah-Schafspansen-Lungen-Schinkenspeck-Käse-Spur
quer übers Gelände gezogen. Emmy findet er aufdringlich, Katrin
ignoriert er und meine Leckerli kann ich mir stecken, aber er läuft
brav mit, welchselt auf „xs xs Hallo“ die Richtung, macht keine
Bürste und versucht nicht, mich zu beissen.
An der Ecke vom Tierheim brems ich ihn ab, für einen neuen Bestechungsversuch,
diesmal Schmackos, billigste Ausgabe, mach zum Test das „Sitz“ Handzeichen,
zack sitzt der Beaglehintern am Boden, große Augen, Schmackos sind
gut !!! - ich riskiere ein „direktes Füttern“, das muss
ihm jemand beigebracht haben, er nimmt die Schmacko-Stückchen ganz sanft,
schnappt nicht und weicht auch nicht aus, überhaupt wirkt er ganz zugänglich,
wenn man nicht versucht, ihn zu bedrängen.
Im Wald benimmt er sich völlig normal, ab und zu beginnt er zu knurren, manchmal bei Entgegenkommenden, manchmal auch bei Schnuffelstellen, dann wird er ganz steif und fängt an zu brummen, auf ein leises „Guido, xsss xsss, komm, komm mit, feeeeiiiiiiiiin“ lässt er sich aber gut ablenken und macht dann nach ein paar Schritten wieder brav Sitz, überhaupt findet er Leckerli toll. Wenn er grad keine Lust auf Sitz hat, versucht er zuerst, hochzuspringen, dann zu bellen, dann steif zu starren, als ich einfach weiter gehe oder mich zur Seite drehe und das Leckerli „einkassier“ und warte, hat er es ganz schnell raus: wenn ich hochspring, krieg ich nix. Als er beim Sitzen auf einem Betonklotz versucht, doch noch an mir hochzupringen, mach ich eine Abwehrbewegung, die mir ein tiefes, böses Knurren einbringt. Als ich mich sofort wegdrehe, verebbt das Knurren auch sofort, und er wedelt wieder. Beim nächsten Klotz probier ich es wieder, lass ihn an mir hochspringen, wehr aber nicht ab, sondern dreh mich nur stumm weg, kein Geknurre, und kein zweiter Versuch, im Gegenteil, er macht ganz brav Sitz, wedelt dabei sogar und wartet auf Schmacko. Auf meine Couch würd ich ihn nicht lassen, Größe macht ihn sichtlich mutig.
Bei der abschliessenden Runde über eine Wiese weht in einem Regenschauer der Wind einen Ast vom Baum, der Guido in genau dem Moment am Rücken trifft, als ich gerade „Guido“ sage. Eine Sekunde bleibt mir das Herz stehen, weil er sich sofort zu mir umdreht, auf ein „alles ist gut“, läuft er weiter, schien mehr ein „was sollte den jetzt der Scheiss“ Blick gewesen zu sein. Wir sind eine gute Stunde weg mit allem was dazu gehört: Rehe und Balli und Sitz und Komm, andere Spaziergänger und andere Hunde. Bis auf ein leichtes Knurren bei Menschen, zeigt er kein untypisches Verhalten, auch Donner und Blitz stören ihn nicht, nur angreifen, das mag er nicht. Als abschliessendes „Extra-Schmankerl“ lass ich ihn mittlerweile klatschnass noch ins Auto einsteigen (aussteigeneinsteigenaussteigen), riskier kurz einen Blick aufs Hundehandtuch (würde er mich beissen wenn ich ihn abtrockne?? Kann ICH mir damit die Haare abtrocknen????). Nach kritischem Resumee der letzten Stationen des Hundehandtuchs, entschließe ich mich für nasse Haare und heile Hände und fahr dafür eine kleine Runde, Guido am Rücksitz festgezurrt, die letztes Schmackos am Beifahrersitz, aber auch das scheint er zu kennen, sitzt brav da und schaut dreieckig.
Als ich ihn zurückbringen möchte, ist die Pflegerin grad beschäftigt und wir müssen auf sie warten – unter den stauenden Blicken der (fast) gefressenen Praktikantin setzt sich Guido ganz brav zu meinen Füßen, liegt entspannt da, springt dann auf, (immer diese Herzrhythmusstörungen), drängt sich an mein Bein, knallt mir den großen Kopf aufs Knie und lässt sich gut 15 Minuten „durchkraulen“............ die Pflegerin, die dann kommt, fordert er genauso dazu auf, besonders die Schnauze, die Kehle, die Ohren, alles muss gestreichelt werden, er wirkt wie der liebste Hund auf der Welt, nur den Rücken, da weicht er aus.
Er wirkt
alles in allem unglaublich selbstsicher. – Ein Verteidigungsbeisser
vielleicht. – Ich denke, er ist wohl sehr "dominant" – irgendwer
muss versucht haben, ihn „unterzuordnen“ – er hat keine
sofort ersichtliche Angst vor Gegenständen (Äste, raschelnde Mülltüten,
Stöcke, Regenschirme, seine Leine, Emmys Gummiball der ihn beim Spielen
fast trifft), aber er mag keine Arme, ich denke, es sind nicht nur die Hände.
Die Pflegerin sagt, wenn man was wirft (die Hand hebt), weicht er aus. Was
er sicher versuchen wird, ist „austesten“ – er probiert
es ja schon beim Gassi gehen, muss ich sitz machen, geht auch bellen, sitz
sitz, wirklich sitz, böse starren geht doch auch, Scheisse, Schmacko
weg, so ein Dreck, doch besser starren, weitergehen, doch mal sitz, aaaah
Schmacko. – Auf Dauer kann das anstrengend werden.
Er ist ein großer, lauter Hund und das muss man einfach berücksichtigen.
Was mir trotzdem gut gefällt, ist der Blick, mit dem er einen anschaut – der
ist ganz wach und aufgeweckt. – Er begreift unglaublich schnell, reagiert
auf „fein“ (den Clicker konnte ich mir erst mal stecken), legt
dabei die Stirn in Falten, spreizt seine Ohren ganz weit ab und wedelt dabei
die ganze Zeit. – Das gefällt mir überhaupt gut, wie unglaublich
viel dieser Hund wedelt. – Wenn man ihn berührt (und er das nicht
will), knurrt er nicht sofort, sondern hört damit auf – zieht
man die Hand zurück, fängt er wieder an. –
Er wirkt auch so nicht hibbelig – eher so ein behäbiger Bär. – Was
ich wirklich erstaunlich finde, ist, wie er sich dann plötzlich ranschmust. – Laut
Pflegerin macht er das öfter, mag das wohl auch richtig gerne, wenn
er entspannt ist, und ihm der Mensch recht ist – er fängt dann
richtig an zu grunzen, fordert mich immer wieder auf, stupst die Hand an,
stupst am Bein, lässt sich kraulen und wedelt dabei. Man könnte
meinen, mein Ben sitzt da, wenn er nicht grad vorher so tief geknurrt hätte,
wäre er fast der perfekte Hund. - In einem Zimmer wär´s sicher
anders, ich denke, da würd er u.U. verteidigen, er wirkt so, als wäre
man schnell "sein Besitz" und auf das, was ihm gehört, passt
er auf.
Liebe Grüße !
Nastasja."
Anfang Juni - Guido hat den Joker gezogen
Die Fahrt nach Berlin war lang... und es gab noch einigen Trubel wegen Guido - das muss ich später irgendwann mal aufschreiben. Hier erstmal nur die Bilder:
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Die Ohren taten ihm so weh... |
Eingang vom Tierheim |
Im Hintergrund, das ist übrigens das TH Berlin mit seiner gemütlichen Betonfassade... das Katzenhaus sieht man da. |
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Marion mit Marion beim Vertrag unterschreiben. Aber Guido musste noch eine Nacht dort bleiben. |
Jedenfalls kam er Sonntag nacht mit mir nach Nürnberg, war eine Nacht bei mir und konnte schon am nächsten Tag zu Karl umziehen. Wo er gaaanz furchtbar schlecht gehalten wird - hahahaaaaa :-) Schaut selbst
Das ist Karl mit Guido im neuen Zuhause. |
Er fühlt sich sichtlich wohl in seinem neuen
zu hause, auch sein herrchen hat sich dran gewöhnt, nun etwas
langsamer auto zu fahren, mehr essen einkaufen zu müssen und schon
vor dem frühstück spazieren zu gehen. |
eine Freundin |
Sonst gabs bislang nichts besonderes, er ist wohl
doch noch etwas müde. |
Guido ist jetzt Hugo, der Name klang doch etwas komisch. Und Hugo kann man auch mal rufen. Wie auf den Bildern zu sehen, ist er zwar sehr aufmerksam, aber fühlt sich auch sichtlich wohl in seinem neuen Zuhause. Am liebsten fährt er Cabrio, da weht ihm der Wind um die Nase! „Da ist mir wenigstens nicht so heiß, das mag ich ja gar nicht!“ denkt er wohl. Bei über 30 Grad zieht er es deshalb auch vor, sich ein Loch im Garten zu graben oder wenn er faul ist, sich in die kühle Garage zu legen. Sogar ins Wasser geht er manchmal, jedoch nur bis zum Bauch. Sieht dann immer ganz lustig aus, wenn er etwas halbherzig versucht, sich den Bauch mit den Vorderpfoten nass zu spritzen!
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Auch Besuch findet er ok, es stört ihn nicht, solange nicht ein andrer Hund ihm einen Knochen wegnehmen möchte. Kinder sind für ihn bislang kein Problem gewesen, jeder versucht aber auch, aufzupassen. Mit Anna, einem Windhund aus Spanien, der dem Besitzer im Urlaub vor einigen Jahren zugelaufen ist, versteht er sich am besten! Er freut sich, ist aber nicht unbedingt leicht zum Spielen zu animieren, und kann wie jeder Hund seinen eigenen Kopf haben!
Seine Ohren, die am Anfang leicht entzündet waren, sind gut geworden.
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Sowohl der Besitzer als auch alle anderen haben Spaß mit Hugo-Guido, und es sieht so aus als fühlte er sich in seinem Revier auch ganz wohl. Er hats uns aber noch nicht verraten!
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Grüße von Carl und Hugo...