
"Er hat die ersten zwei Wochen nicht einmal mit
dem
Schwanz gewedelt und niemandem in die Augen gesehen.
Er hat sich alles geklaut, was nicht niet- und nagelfest war.
Kinderspielzeug, Müllpapierrollen, einfach alles. Hat es umhergetragen und
kaputt gebissen.
Das hat er auch als Aufmerksamkeitsheischendes Verhalten gezeigt. Ist also gekommen,
hat es gezeigt und abgedüst, wenn er merkte, dass man es wiederhaben wollte.
Er hat geknurrt und gewarnt, wenn er etwas zu fressen hatte, was man ihm abnehmen
sollte. So, dass die Kinder die strikte Regel bekommen haben,
nicht an ihn heranzugehen, wenn er etwas zu fressen hat.
Ab einem Abstand von Armlänge ist er auf "Komm her" nicht gekommen.
Jake hat sich sofort fallengelassen, wenn man ihn am Halsband oder
Geschirr gegriffen hat und hat wie ein Wilder gestrampelt und sich gewehrt. Ihn
irgendwo hineinzuziehen (Haus, Auto etc.) war unmöglich. Er musste getragen
werden.
Jake hat jede Lücke im Zaun gefunden und war mehrmals weg. Mehrmals habeich
ihn abholen müssen, andermal kam er selbst wieder.
Er ist 378 mal aufs Sofa geklettert und hat auf Meckern, Runterwerfen etc. mit
keiner Wimper gezuckt.
Jake hat sich ständig gekratzt und war immer auf der Hut."
Inzwischen ist der dreijährigeJake (kastrierter
Rüde)
ist vermutlich eine Mischung aus Bracke und Foxhound. Er ist 50cm groß und
wiegt um die 20 kg. Er ist grundsätzlich zu allen nett, ob Hund oder
Mensch. Meutehundtypisch ist er aber ein sehr selbständiger Hund. Achtung!
Jake ist kein "Einfach-So-Spaziergeh-Hund".
Er arbeitet sehr gern, am liebsten Nasensachen. So liebt er zum Beispiel
sehr die Futterbeutelarbeit. Er läuft
bei Fuß,
kann die ganzen Grundlagen (Sitz, Platz, Komm) auch unter Ablenkung sehr
gut. Er kennt "Raus da",
Weiter, Pfui und Schluss, ist aufmerksam und schaut immer wieder, was man
vom ihm möchte. Frei kann man ihn aufgrund seiner Brackennatur nur bedingt
laufen lassen.

Jake soll abgegeben werden, weil er mehr Zeit braucht, als er an seinem jetzigen Platz bekommen kann. Zur Zeit lebt er in einer kleinen Hundemeute inmitten einer Familie mit Kindern (der Traum der Eltern, dass die Kinder eifrig mithelfen, ging auch diesmal nicht in Erfüllung ;-).
Um diesen Hund glücklich zu machen, sollten die neuen Besitzer unbedingt mit ihm arbeiten (Nasenarbeit!). Er muss auch auf jeden Fall genügend Bewegung bekommen. Ein Leben an der Leine wäre für Jake eine Katastrophe.
Der nächste Besitzer sollte für ihn wirklich der letzte Besitzer sein, denn er hat schon mehreren Besitzer und schwierige Zeiten gehabt. Das macht es für ihn nicht leichter, vollkommen zu vertrauen.

Er ist total nett und lieb und verschmust und geht gerne
spazieren, spielt gern mit allen möglichen Hunden und lässt sich
viel gefallen (manchmal zu viel). An Hundebegegnungen muss noch gearbeitet
werden. Jake rennt gerne zu anderen Hunden hin und ruft ihnen schon von ferne
zu, dass er der tollste Rüde ist, den sie je gesehen haben. "Wau Wau - hört!
Hiiiier bin ich! Sie lassen mich nicht zu euch!!! Es liegt nicht an mir!!!"

Der eigene Garten (wenn vorhanden) muss ausbruchssicher
sein. Sobald er ein Loch findet (und Sie können sicher sein, DASS er es findet!),
geht er Spuren und Futter suchen (daheim kriegt man ja eh nie genug..).
Er kommt schon wieder (wenn ihn nicht vorher jemand mitnimmt..), wenn auch
erst nach ein paar Stunden (Bracke eben). Ach, Pferde kennt er auch noch
nicht sehr gut, da macht er einen tierischen Aufstand, aber das ist eine
Sache des Trainings. Katzen jagt er, wenn er kann. Sind es aber Katzen, die
Hunde kennen und ruhig bleiben, lässt
er sich beeindrucken!.

Jake klaut alles was essbar ist... (diesbezüglich könnte
es doch ein Beagle sein!) Im neuen Zuhause sollten die Mülleimer
gut verschließbar sein oder an den Türen hängen, keine gelben Säcke
herumstehen und auch kein Komposthaufen frei erreichbar sein. Dank langer Arbeit
mit ihm, gibt er die Sachen immerhin inzwischen wieder her - vorausgesetzt,
jemand hat geguckt (man wäre ja blöd, wenn man es freiwillig einfach so abgibt...).
Nachwort: Aus Sicht der Menschen ist das vielleicht eine Kleinigkeit... aber wie das so ist, wenn man selber Betroffener ist...: "JAKE HASST SCHLECHTES WETTER!!!!!!
Jake wurde sehr, sehr liebevoll ausgebildet und soll ein Zuhause finden, wo diese Arbeit in einem ähnlichen Stil fortgesetzt wird. Bis dahin kann er auf seinem jetzigen Platz bleiben.