
Seit vielen Wochen überlegen wir schon, wie wir sie holen könnten. Sie kommt vom gleichen Besitzer, wo ich auch Feli hergeholt habe und war bisher als Nutzhund im Zwinger gehalten worden. Da sie aber immer nur wenige Welpen bekam, durfte ich sie jetzt abholen.
Die Fahrt
Meine Entscheidung, den Hund endlich selber zu holen, fiel genau an dem Tag, an dem es besonders winterliche Verhältnisse geben sollte. Seit Tagen kamen schon die Meldungen, dass man besser an diesem Tag nicht fährt... nun ja, aber ich wollte den Hund endlich in ein gemütliches Hundekörbchen bringen. Wäre ich der Hund, wäre ich schließlich auch um jeden Tag dankbar, der mir dort erspart bliebe.
So gegen halb 11 fuhr ich hier mit dem kleinen alten Micra los. Mei, ich habe früher oben im Schwarzwald gewohnt, wo ständig Schnee lag und bin eigentlich mit solchen Winterverhältnissen vertraut. Eigentlich...
Autobahn oder nicht Autobahn - ach, hier lag so wenig Schnee und alles war geräumt. Wie romantisch die Straßen waren, als ich über die Höhen fuhr und die Schneedecke zunahm. Ich war begeistert über die Winterdienste, die sogar in dieser verlassenen Gegend (ca. 80km vor der tschechischen Grenze) alles fahrtauglich gemacht hatten.
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Klar, wenn alles so sauber ist, kann ich auch noch die Abkürzung mit der gelben Straße fahren.
Jetzt ging der Alptraum los: auf einmal war die Straße voll mit Schnee. Es schneite auch - ich sah fast gar nichts mehr, die Flocken trieben an meine Scheiben. Wald, überall stiller Wald. Man kann bei Schnee sehr einsam sein!
Dann kam der Berg - eine kleine, sehr, sehr kleine Waldstraße, die sich den Berg hochschlängelte - ohne Streusalz, ohne Halte- oder Wendemöglichkeit. Mein Auto fing an zu schlingern. Ich sah mich schon rückwärts die Straße hinunter rutschen - mein Handy hatte keinen Empfang. Es war ca. 1 vor 12, dass ich mit dem Auto oben ankam - im 1. Gang. Ganz kurz konnte ich aufatmen - genau so lange, wie ich noch nicht sah, wie die Straße weiter ging...
Es ging nämlich genau so weiter, wie ich hoch gekommen war. Netterweise gab es dazu auch noch ein Schild mit Gefälleangabe und Rutschgefahr. Eine wirkliche Hilfe ;-)
Was macht man da? Es gab einfach kein Entrinnen - wenden ging nicht - stehen bleiben auch nicht, dafür rutschte ich zu viel - außerdem gab es nirgends auch nur einen Menschen, der mir hätte helfen können. Mir fielen die Holländer ein, die früher vom ADAC von den Schwarzwaldstraßen "gerettet" wurden (nur, dass die schon im Sommer Panik bekamen...).
Tja, so fuhr mein Micra im 1. Gang im ca. 45 Grad Winkel wieder bergab. Bremsen ging nicht - sofort kam das Geräusch der Bremse und Micra fing an, sich zu drehen. Wären nicht auch noch die Kurven gewesen. Mit wirklich schlotternden Knien fuhr ich mit der rechten Reifenseite in den Schotter vom Standstreifen und konnte die Kiste auf diesem Weg nach unten bringen.
Doch, es lag jetzt so viel Schnee auf den Straßen, dass ich mit meinen (schlechten - was ich nicht wusste) Winterreifen fast nicht mehr fahren konnte. Ich musste einen großen Umweg fahren, um überhaupt auf die Autobahn zu kommen und war nur noch am Schlingern. Bis ich bei dem Züchter war, war ich platt. Die Hundeübergabe ging ziemlich schnell. Ich wollte nur noch heim - so schnell wie möglich, bevor die Dunkelheit einbrechen würde.
Mit stinkendem Hund zurück zur Autobahn und über diesen Weg mehr schlecht als recht zurück nach Nürnberg.
Maria beginnt ein neues Leben
Maria war endlich da. Sie war aufgeregt, aber ganz anders als Felino: kontaktfreudig und sehr zufrieden mit ihrer neuen Lebensumgebung. Mit meinen Beagles kein Problem.

Der Besitzer warnte mich, dass Maria völlig problemlos aus dem Stand über Zäun springt. Sie sei in den Zwingern oft wie ein Känguru hin und her über die Zäune gesprungen und habe den Hunden das Fressen geklaut. Deswegen ist sie auch so dick...
Sie soll möglichst bald in eine neue Pflegestelle umziehen, da Coffey keine Hündinnen in der Wohnung mag und schnell anfängt zu markieren - da, wo es mir am meisten weh tut... im Bett...
Egal, sie ist da und kann schon mal anfangen, ihr Leben zu leben. Ich freue mich, dass sie da ist.
Tag 1: ähmmm - so dünn ist sie doch gar nicht (??) ob sie hier schon abgenommen hat???? ;-)

Meistens guckt sie traurig. Aber dann gibt es Momente - das sind die, wo am Horizont ein Hund auftaucht... - wo Maria hellwach ist und meint, sich vollständig einbringen zu müssen...

Wenn ich dann zu den Leuten so sage, dass das die Neue ist, schweift der Blick der Leute immer zu ihrem Bauch... es lässt sich nicht verbergen, es sind ca. 10 kg zu viel... ob ein Mieder helfen würde????
Auf jeden Fall ist sie ein total lieber Hund. Eher frech als ängstlich, aber bisher ausgesprochen angenehm im Umgang. Schmusen mag sie sehr!
Fast eine Woche später: Maria bekommt von Lucky die Ohren geputzt (ih! aus menschlicher Sicht...) und Maria gefällts:
Wie sollte es sein... natürlich wurde Maria genau bei mir läufig... ich meine, eigentlich gibt es ja ein halbes Jahr, wo ein Hund NICHT läufig wird, aber das kommt offensichtlich nach meiner Zeit...
Ich hatte aber Glück im Unglück - Maria durfte für 2 Wochen zu Willie umziehen und es wird in dieser WG gesagt, dass sie ein ganz lieber angenehmer Hund sei. Und sie hat, durch ein paar Tage Durchfall und viel Bewegung einen ganzen Schwung abgenommen! (links auf dem Bild ist Maria, rechts Willie)
Maria wird immer schlanker und fitter :-) Hier die neusten Bilder von Mali, wo Maria weiter im Exil lebt:

Natürlich kann man unmöglich mal ruhig stehen bleiben.
Hoffentlich ist es gleich vorbei und ich kann weiter schlafen.
Hat sie es jetzt bald mit ihren Bildern....
Es ist fast Weihnachten und die Zeit der Läufigkeit ist überstanden. Maria hat sich in ihrer Pflegestelle bestens eingewöhnt und wird dort gar nicht mehr gerne abgegeben. Wäre die Vernunft nicht, sie dürfte bleiben.
Die folgenden Bilder wurden aktuell gemacht. Super sieht sie aus oder? :-) Danke Mali für die ganze Arbeit!


Januar 09 - Maria ist immer noch bei Mali...
Ihr geht es sehr, sehr gut und wir haben beide gesagt, dass die Aktion, sie zu holen, einfach gut war - wobei ich DIESE Fahrt wirklich nie mehr vergessen werde...
Sieht gemütlich aus, ne?! |
Maria geht es gut :-) Vorne ist wieder der Willie, dem |
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Maria findet immer doch noch einen gemütlichen Platz! |
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Juli 2010
Maria wohnt nun schon wieder eine ganze Weile bei Mali. Die letzten Monate war es ganz schön knapp. Es gab nur die Entscheidung, den Job oder die Hunde aufzugeben. Maria saß mit Willie nächtelang da und beide haben immer die Pfoten gekreuzt. Nicht auszudenken, dass man in eine Tierpension müsste!!! Aus Sicht der Beagles war die Aktion erfolgreich. Mali hat ihren Job aufgegeben, hat jetzt nur wenig Geld, aber zwei Beagles ;-) Was ist schöner als 1 Beagle?? :-)
Und da Mali jetzt wieder viel Zeit hat, haben die Hunde wunderschöne Tage im Park. Mali setzt sich dann so auf die Wiese und Willie und Maria suchen das Futter. Falls jemand denkt, dass es hier im Park nicht genug Futter geben könnte, dem kann ich gerne mal ein Foto vom Wochenende schicken. Man sieht allerdings nicht viel. Nur eine riesige Grillerwolke.
Maria |
Willie |
vorne Wilie, hinten Maria |
...und so kam es, dass Maria nun doch noch einmal umziehen musste.

Sie hat einen super Platz gefunden. Der Hund auf dem Bild vor der Bank ist gestorben und Maria durfte an ihrer Stelle kommen. Die neue Besitzerin ist Tierärztin :)
Hier bleibt ein großes Loch nach einem Leben mit zwei Beagles. An dieser Stelle aber noch ein großes Dankeschön an dich, Mali, dass du dich so liebevoll um die beiden gekümmert hast. Beide hatten vorher wenig Glück und konnten bei dir zum ersten Mal die Welt aus vollen Zügen genießen. Jetzt bist du dran! :-) Dafür auch alles Gute!!