


So ein netter und hübscher Hund... Aber leider nicht IMMER nett... Schauen Sie sich, bevor Sie die Geschichte vom Hund lesen, erst noch das Lieblingsspiel von Marius an:
Ein Monat ist vergangen und es war Zeit, Marius mal beizubringen, wie Flyballspielen funktioniert. Taste drücken, Ball fliegt raus und zu Cornelia bringen :-) Man beachte die Mimik auf den ersten beiden Bildern!



Ach, war das schön - und jetzt steht Kraulen auf dem Plan:

Der kastrierte Beagle
Marius hat schon eine lange Geschichte hinter sich und ist wirklich ein Beagle
in Not. Mehrfach wurde er aufgrund seines Verhaltens wieder abgegeben und ist
jetzt mit seinen ca. 6 Jahren in einer Pflegestelle gelandet. In der Wohnung
ist Marius ein ganz lieber Hund, der gerne schmust und sehr viel Aufmerksamkeit
haben möchte. Umgekehrt neigt er dazu, diese Aufmerksamkeit später
auch einzufordern. Er braucht einen Platz, wo sehr konsequent mit ihm umgegangen
wird. Der Besitzer sollte auch unbedingt in der Lage sein, dem Hund klare Grenzen
zu setzen. Alle Unregelmäßigkeiten von Regeln bringen den Hund völlig
durcheinander und er wird aggressiv.
Umgekehrt sollte bei ihm auch nicht mit Gewalt gearbeitet werden. Dies wurde
früher wohl schon versucht. Marius beißt dann immer mehr. Er lässt
sich nicht ducken.
Größere Probleme gibt es draußen. Marius fällt leider
im Moment immer wieder Menschen und Hunde an (in beiden Fällen egal welchen
Geschlechts). Er beißt auch tief zu, was bedeutet, dass er draußen
überwiegend ständig gesichert sein muss (zum Teil mit Maulkorb, wenn
er frei läuft). Mit Hunden hat er inzwischen Fortschritte gemacht, wie
weit er noch zu einem "normalen" Verhalten zurückfindet, ist
im Moment nicht abzusehen. Wenn Marius einen Hund oder Menschen kennt, verhält
er sich völlig unauffällig, spielt mit den Hunden, lässt sich
streicheln, ist immer wach und versucht, im Mittelpunkt zu stehen.

Er ist ein intelligenter workaholic, d.h. er arbeitet für sein Leben gern.
Jedes Training begeistert ihn. Daher wäre es gut, wenn er zu wirklich hundeerfahrenen
Menschen kommt, die ihn richtig beschäftigen und wissen, wie man mit solchen
Tieren arbeitet. Er sollte kräftig laufen können, um seine Spannungen
abzubauen (2-3 Stunden Bewegung am Tag sollte er auf jeden Fall bekommen). .
Im Moment lebt er mit zwei Beaglehündinnen zusammen und kommt damit problemlos
zurecht. Zu Kindern kann er unter keinen Umständen vermittelt werden! Vor
Katzen hat er Angst. Ob er mit ihnen leben kann ist nicht bekannt. Vermutlich
könnte er es lernen.
Der Hund kann die gängigen Befehle wie Sitz, Platz und Komm, er apportiert
prima, kann auch sehr gut nach etwas suchen (ausgezeichnete Nase!). Beagletypisch
jagt er gerne, d.h. im Wald und auf freier Flur muss er an die Leine genommen
werden.
Alleinebleiben geht nach einer Eingewöhnungszeit. Er hat am Anfang starke
Verlustängste, weil er schon so oft den Besitzer wechseln musste. In der
Pflegestelle kann er mit den anderen Hunden alleine bleiben. Er ist in der Wohnung
auch sehr ruhig und kann viele Stunden schlafen.
Man braucht für diesen Hund gute Nerven und die Ruhe, um mit den immer
wiederkehrenden Rückschlägen umzugehen. Aus Sicht des Pflegeplatzes
könnte es schon sein, dass Marius nach 1-2 Jahren doch wieder ein rundum
netter Beagle wird. Es wirkt so, als sei das Verhalten gelernt und nicht Ausdruck
seiner Persönlichkeit. Damit ist seine Prognose günstig. Wer diese
Zeit mit ihm zusammen gehen möchte und auch physisch und psychisch kann,
der melde sich bitte unter snoppy@nefkom.net, meiner mailadresse.
Auf dem Weg zum Stadtparkhundetraining - wo heute natürlich gerade wieder KEIN Hund lief... Aber Poller - kein Problem :-) Marius im Froschkostüm:

Ach, schön, wenn man einen Garten hat...und so einen süßen Beagle! Eine besondere Eigenschaft von Beagles ist glaube ich, dass sie da, wo andere Hunde schon aufgeben, immer noch weiter machen...

Gestern war so ein richtiger Misttag. Marius benahm sich wie ein Schwein (auch wenn man damit diesen Tieren Unrecht tut). Es endete damit, dass er frontal wie ein Irrer auf eine Boxerhündin zuraste (mit Maulkorb) - UNTER! dieser längs durch, um sie hochzukicken, dann weiter um sie rum, immer wieder mit dem Versuch, sie in den Bauch zu beißen. Eine Frau hat es auch noch abgekriegt. Naja, es war ein Tag, wo ich einfach mal wissen wollte, was nun eigentlich passiert.
Heute war der Hund super brav. Ich konnte im Stadtpark an Hunden vorbeigehen. Er wird abgesetzt und mit Hühnchen vollgestopft. Mein erster Spaziergang, wo Marius schön mitläuft, auch wenn Hunde da sind. Mittags waren wir mit anderen Hunden unterwegs und haben uns bißchen im dogdancing geübt. Marius kann immerhin schon Slalom und Twist. Was mich sehr erstaunt ist, dass er mit diesen ganzen Hunden fröhlich durch die Gegend läuft und sogar problemlos mit ihnen nebeneinander auf einer Bank sitzen kann. Manchmal ist man wirklich platt. Als wären es 2 Hunde. Das sind die Bilder von heute. Marius auf der Bank (der 2. von links) und Marius müde in seinem Kennel:


So, wegen Marius hab ich mir nun doch eine Digitalkamera gekauft. Die ersten Versuche waren besonders gut: ich drück auf den Auslöser und der Click kommt erst, wenn der Hund schon lange weitergelaufen ist. Ich hatte wunderschöne Rasenbilder... Schließlich kamen die Kampfhunde an die Leine und es kamen folgende Bilder heraus:

Jemand schrieb zu den Bildern:
Mir fällt direkt etwas auf, Marius hat auf allen Fotos das Maul zu und wirkt viel ruhiger. Denke nicht das dies nur an der Hitze lag mit dem offenen Maul, das war mir hier auch gleich aufgefallen das er immer das Maul offen hatte. Auch noch auf der ersten Fotoserie vom Militäry. Das kann ich genau erkennen das er schon ruhiger ist und entspannter. Das freut mich so sehr, auch wenn es erst der Anfang ist.




Marius hat leider eine schlechte Geschichte hinter sich. Es wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis er wieder Vertrauen in die Welt setzen kann. Im Moment beißt er sehr unberechenbar Menschen und auch Hunde. Er beißt leider auch sehr tief rein, so dass man ernsthaft aufpassen muss, dass nichts passiert. Ich arbeite daran und zwar überwiegend nach den Empfehlungen von James O`Heare und auch nach Ideen von den Gruppen Clickersolutions und Aggressive Behavior in Dogs . Hier habe ich schon sehr viele ausgezeichnete Anregungen zur Arbeit mit schwierigen Hunden gefunden. Gegenwärtiges Ziel ist es für mich, dass Marius lernt, mit Hunden besser umzugehen. Er hat nur Angst vor ihnen und meint aber, wenn man sie genug angreift, dann gehen sie schon. Vermutlich wurde er in diesem Muster immer wieder bestätigt (und wenn ich der andere Hund wäre, ich würde bei solchen Attacken auch gehen!!) Das ist die eine dunkle Seite, die wirklich Arbeit und Konzentration erfordert..
Die andere: Marius lernt über das Clickertraining kreativ zu werden. Er ist noch ganz ungläubig, dass er ein Mitspracherecht bekommt. Bei allem gibt er ganz schnell auf und traut sich einfach nicht, seine Interessen einzufordern. So ein Widerspruch, wenn man es oberflächlich betrachtet: einerseits die kleine Furie, die alles attackiert und dann dagegen ein devoter ängstlicher Beagle, der Angst hat, etwas falsch zu machen.
Trotzdem ist er glücklich über diese neuen Aufgaben. Seine Augen glänzen, wenn er Leckerle suchen darf, wenn er Twist und Apport und und und macht. Es ist eigentlich soo einfach, einen Hund glücklich zu machen. Ich versuche, seinen Erregunslevel auch ein wenig über die Ernährung zu steuern und bekam dazu sehr interessante Empfehlungen von A. Ferver (den link zu ihr muss ich noch suchen):
Ich
kann Dir aber mal alle Nahrungsmittel aufschreiben, die einen aufgedrehten Hund
wieder runterbringen könnten. Und zwar ist es auf Grund alter Beobachtungen
wie auch der Traditionellen Chinesischen Medizin so, daß ein jedes Nahrungsmittel
eine thermische Wirkung hat: warm/heiß, neutral und kalt/erfrischend.
Trockenfutter zählt zu warm/heiß. Wenn dann ein Hund schon sehr aufgedreht
und unruhig ist, müßte man ihm also dementsprechend neutrale bis
erfrischende Nahrungsmittel verabreichen. Günstig ist es dann auch noch,
sie ihm nicht roh sondern gekocht zu geben, damit sein Verdauungstrakt es nicht
zu schwer hat. Ich schreibe Dir jetzt mal die neutralen Nahrungsmittel auf:
Rind, Rinderleber (bio), Kaninchen, Hühnermagen, Sardinen, Süßkartoffel,
Reis, Mais, Roggen, Kartoffel, Rüben, Rübsen, Karotten
Kühlend
wären dann noch:
Hirse, Gerste, Weizen, Sellerie, Kohl, Brokkoli, Spinat, Ente, Ei
Gib ihm aber
bitte nicht nur kühl wirkende Nahrungsmittel, denn damit kann sein Verdauungstrakt
ganz schnell abgekühlt und geschwächt werden. Folge wäre dann,
er kann nicht mehr alle Nahrungsmittel vollständig auswerten, er könnte
ansetzen und auch phlegmatisch werden.
Getreide muß auch immer schön lange gekocht werden, d.h. Hirse 20
Min., Gerste, Roggen und Weizen am besten einweichen und dann noch nach Anweisung
kochen und den Reis (Naturreis) 50 Min. Dann müßtest Du darauf achten,
ob er das Getreide richtig verdaut hat oder davon noch etwas in seinem Stuhl
zu sehen ist. Denn dann müßte das Getreide noch länger eingeweicht
und gekocht werden. Es kommt hier auch auf das Alter des Hundes an. Denn im
höheren Alter ist nunmal bei Mensch und Tier der Verdauungstrakt geschwächt.
Es wäre zumindest völlig normal. Leider ist es heutzutage aber so,
daß durch die völlig falsche und künstliche Ernährung,
sei es bei Mensch oder Tier, der Verdauungstrakt schon in ganz jungen Jahren
geschwächt ist.
Außerdem versuche ich, ihn an TTouch zu gewöhnen. Zum einen, damit man ihn einfach überall berühren kann, zum anderen, damit er seine überschüssigen Energien loswerden kann.
...und seine ersten Eindrücke bei einem kleinen privaten Military:

Felsen sitzen - kein Problem - wäre es nicht alles so furchtbar aufregend. Vorne sitzt Marius, hinten dran meine beiden Damen. Der braune Clickerhund ist Anka und ganz oben sitzt die Dogdancerin Jackie. Wo sind eigentlich die beiden Spitze geblieben??? Sie waren auch mal da oben. Naja, keine Lust auf Bilder bei der Hitze.

In Franken wachsen die Bäume estra mehrhundegerecht! Hier sieht man einen Buchen-Dreisitzer mit Marius, Coffey und Lena.

Das auf dem nächsten Bild ist nicht Marius - logo, sieht man ja - aber Marius saß auch in der Karre - nur haben wir kein Bild davon. Im Hintergrund steht Sabine Geisler, unsere Hundetrainerin.

Oh, oh, oh - schon wieder ein Feind in Sicht - soll ich ihn mitnehmen?
