
Ein kleiner nicht bissiger netter Nothund würde schon gehen... alles nur nicht wieder einen bissigen, schwierigen Hund. Und da ist er schon.
Mica wurde von den geschiedenen Eltern für ihr Kind gekauft.
Eine Abwechslung im Leben des Kindes. Etwas Warmes, was Trost spendet und
immer fröhlich da ist. Im Grunde geht das ja auch ganz schnell. "Züchter"
gibt es so viele. Da war wohl gerade einer um die Ecke, der die kleine Mica
mit "Papieren" verkaufte. Für das Kind. Zur Unterhaltung.
Wenn
ihr übrigens mehr über solche 'Züchter' erfahren wollt dann schaut doch mal
auf den folgenden Link: http://www.retriever-in-not.de.
Mica wurde geholt. Mit 6 Wochen? 7 Wochen? Vermutlich wurde
Mica in einem Alter geholt, wo die Trennung von der Mama noch verdammt weh
tut. Doch sie kam zu einem Kind, was von ihr begeistert war und den ganzen
Tag mit ihr spielte. War das ein schönes Leben. Mica konnte ihre Mama fast
vergessen. Was gab es da nicht
alles zu erschnüffeln und zu erleben!!! Spannend ging der erste Tag vorbei.
Der zweite Tag. Der dritte Tag. Zwei Wochen.
Zwei Wochen, das ist für ein Kind eine lange Zeit.
Nach zwei Wochen wurde es dem Kind
recht langweilig, mit dem jungen Beagle zu spielen. Immer die selben Spiele...
und dann noch die spitzen Zähne von Mica. Es wurde ihm auch doch zu viel,
ständig mit Mica spazieren zu gehen. Vielleicht war das Wetter kalt
und regnerisch? Vielleicht rannte Mica immer weiter weg, um ihr Leben zu
leben?
Wie auch immer. Mica ging der Familie auf die Nerven. Ein Alptraum wurde Wirklichkeit. Mica wurde mit ihren wenigen Wochen, die sie auf der Welt war, ganz alleine in eine dunkle Scheune gesperrt, wo sie nicht einmal zum Fenster hinausschauen konnte. Die Monate vergingen. Wie viel Mica da geweint und geschrieen hat, bleibt ein Geheimnis.Vielleicht wollen wir Menschen es auch gar nicht so genau wissen...
Ganz gelegentlich hatte sie Glück. Die Scheune ging auf und sie konnte durch den kleinen Schlitz vom Tor nach draußen rennen. Da flitzte sie dann draußen herum und die Menschen versuchten fluchend, sie wieder einzufangen. Danach ging das Scheunentor wieder zu und Mica saß alleine im Dämmerlicht. Monat für Monat.
Aber jetzt hatte sie endlich Glück. Eine Frau erfuhr von Micas Schicksal. Sie telefonierte lange mit einer Beaglefreundin und beschloss, Mica herauszuholen. Fuhr eine lange Strecke und durfte gottseidank Mica mitnehmen. "Da, ich hab das Vieh noch gebadet." Seit gestern sieht Mica wieder etwas von der Welt. Staunend stand sie draußen im Wald und versuchte zu begreifen, was da gerade passiert. Es muss ungemein anstrengend für sie gewesen sein. Heute schläft sie nur noch und versucht, wieder zu Kräften zu kommen.

Über www.beagle-entlaufen.de erfuhr ich von ihrem Schicksal. Da sie dort, wo sie jetzt ist, einfach nicht bleiben kann, werde ich sie am Donnerstag übernehmen und später an einen wirklich guten Platz weitervermitteln.
Mica hat schon ein richtiges Zuhause gefunden. Bei einem Ärzteehepaar, das nah am Wald wohnt und viel Platz zum Spazierengehen hat. Alles Gute Mica! Ich freu mich.