Hallo Charly,

Ich finde, auch du als manchmal todesmutiger Beagle solltest hier auf dieser Webseite dein Plätzchen finden. Ganz groß kommst du ja nun mit dem neuen Spiel raus. Da war ich so begeistert, wie du mit deinen kleinen Katzenpfötchen an der Leine stehst, dass ich dachte, so ein Bild, das muss im Web stehen. Und die Idee mit den Röhrchen auch.

Fangen wir also gleich mal mit dem Spiel an, das Rita, sein unermüdliches Frauchen, erfunden hat. Wer eine schnelle Internetanbindung hat, kann sich auch das Filmchen anschauen, wo Charly gerade am Übergang von der wilden Rotation zum gezielten Tippen ist. [Zum Film 1,3 MB]

" Zutaten: eine sehr lange, äußerst stabile, möglichst glatte, ziehmlich dünne, nicht elastische Schnur, mehrere Brausetabletten-Röhrchen (mit Deckel! sehr wichtig:-))
Die Röhrchen werden durchlöchert. Wer in Physik gut aufgepasst hat, weiß dass die Löcher möglichst mittig sein müssen, damit sich die Röhrchen schön drehen können. Also so mittig wie möglich, aber auch so hoch wie nötig, dass der Boden auch dann noch nach unten hängt wenn der Deckel drauf ist. Meine Röhrchen sind 14 cm lang, die Löcher habe ich ca. 5,5 cm vom oberen Rand abwärts gemacht.
Dann nur noch die Schnur duchziehen (ich habe eine alte 5m Flexileine zerlegt, die ich noch aus Charlys Kindertagen hatte).

Nun sucht man sich 2 seeeeehr stabile Befestigungsmöglichkeiten. Heizkörper
oder extra schwere Schränke .... Stühle sind zu leicht."

Spiel 1: Alle Röhrchen füllen und Hund machen lassen was er will

.... aber pass auf. Charly hatte ganz schnell raus, was passiert wenn er
nicht die Röhrchen antippt, sondern feste auf die Schnur patscht.
Dann fliegen nämlich alle Leckerchen gleichzeitig aus den Röhrchen, bis an
die Decke, und kommen dann als *Superleckerregen* runter. Als Mensch haste
dann keine Möglichkeit schneller als Dein Hund aufzusammeln. So viel Erfolg
prägt sich auch schnell ein, und Hund will nachher nix anderes mehr machen.
Ich hab dann die Deckel drauf gemacht für

Spiel 2: Alle Röhchen mit einfachen Trockenbröckelchen füllen (nix Besonderes),
Deckel drauf und Hund soll mit der Pfote an das Röhrchen tippen. Wenn
Röhrchen sich dreht, C&B (aber tolles Leckerchen) dann Deckel ab und Hund
darf nochmal antippen. Jetzt fällt beim Drehen das Leckerchen raus und er
darf haben.

Spiel 3: Nur ein Röhrchen füllen, Hund darf suchen, tippen und nehmen.

Spiel 4: 3 Röhrchen füllen, zwei verschließen.
Hund zum offenen schicken, wenn er richtig geht und tippt, hat er Erfolg und
Leckerchen kommt raus.
Geht er falsch, dann hat er pech, es riecht zwar gut, aber es kommt nix.
So kann man auch schön links, rechts, voran üben.

Spiel 5: 2 R mit Käse füllen und eins mit Wurst.
Die mit Käse verschließen, das mit Wurst auflassen. Hund an einem Stück der
gleichen Wurst riechen lassen und mit "Such" schicken.
Wenn er das richtige Röhrchen hat darf er tippen und sich selber belohnen
(oder Du belohnst Ihn, wie Du halt willst)

Spiel 6: Zwei R mit langweiligen Trockenleckerchen füllen und verschließen, eins leer
lassen (ich lass momentan das Mittlere leer). Hund zum Leeren schicken. Wenn
Hund das richtige antippt, dann C & Superleckerlie. Das ist verdammt schwer,
ich zeige Charly dann vorher, was er sich verdienen kann, wenn er auf den
Trockenkram verzichtet und zum Leeren geht.

Die Waldflitsche :-): Das ist ganz toll!!! Zwei geeignete Bäume finden, die Schnur so hoch
befestigen, dass Hund garantiert nicht dran kommt.
Ziehmlich in der Mitte eine Schnur dran machen, die lang genug nach unten
hängt, dass sie so auf Augenhöhe vom Hund endet. An das Ende dieser Schnur
ein bekanntes kl Apportel binden (nur ein paar mal umwickeln, es soll sich
bei Zug von der Schnur lösen können)
Du kannst ja ausprobieren, was Deine Hunde so machen. Charly hat erstmal
blöde gebellt. Dann hab ich das Apportel interessant gemacht und mein
Leckerchentäschchen geschüttelt. Charly wußte nun aber dass die Röhrchen
auch gefüllt sind. Er war erstmal hin- und hergerissen.
Als er sich dann beruhigt hat habe ich nur auf das Apportel geguckt, er hin,
zieht, Apportel löst sich von Schnur, die gespannte Leine flitscht hoch, und
aus allen Röhrchen regnet es Leckerchen. Charly ist begeistert.


Es war für mich eine große Bereicherung, Rita und Charly über das Forum "Die Beaglefreunde" kennen zu lernen. Wieder jemand, der es Spaß macht, nicht nur mit dem Hund spazieren zu gehen, sondern ihn auch so zu fördern, dass er seine Persönlichkeit immer weiter entwickeln kann. Ich glaube, die beiden lernt man am besten über die vielen Geschichten kennen, die Rita geschrieben hat. Deswegen werde ich anfangen, die schönsten zusammenzusuchen und hoffe, dass auch noch ganz viele Bilder vom Charly dazu kommen.

Charly übt auf seinem neuen Tisch! Und man beachte, dass er seine Matte trotz hoher Herausforderung NICHT verlässt. [Mutti? Darf der Hund NIE von der Matte???]


"Irgendwie habe ich ja schon immer gedacht, etwas Tolles kann der Hund eh
erst als ganz toll empfinden, wenn er ein paar mal geschluckt hat und
trotzdem noch Nachschub kommt. So schnell wie er schluckt, die ersten Male,
rafft er das doch gar nicht, weil der Kopf noch gar nicht bei der Aktion
Fressen ist, sondern mit Sicherheit noch dieser Reiz drin ist von dem wir
ablenken wollen, oder?
Ich hab öfter mal ´ne Handvoll Lecker, wenn er z.B. Platz macht auf der
Rehspur. Die ersten Leckerchen hat er vor lauter "Geil-auf-Reh" nämlich gar
nicht wahrgenommen, und dann aufhören.... ne, kam für mich dann nicht in
frage. Der soll schon merken, also wirklich wissen, dass sich das auch echt
lohnt Platz zu machen. Ich hab ihm dann immer solange gegeben, bis er wieder
richtig entspannt war, und auch verschiedene, immer Abwechlung, ein Stück
Käse, ein Fleischwurst, ein Salami, ein Pute...... Irgendwann wird dann das
Futtern doch interessanter als die Spur, dann kannste auch mit Beagle am Fuß
von der Spur weg gehen.
"

"Im Moment
machen wir wieder öfter "Es Regnet". Ich ziehe meine Jacke an und bleibe in
der Küche am Fenster stehen. Er will raus. Ich sage dann nur "Es regnet" und
schwubs holt er mir den Schirm. Unsere Nachbarin hält ihn für den absoluten
Kavalier. Für Charly bilden auch Gummistiefel und Schirm ein Paar. Wenn ich
die Stiefel anhabe brauche ich meist gar nix sagen und er bringt den Schirm
von allein."

Der Frühling war eine ziemliche Herausforderung für Herrn Charly: steht da doch tatsächlich ein Indianerzelt mitten im Wald. Ach du liebe Güte - und - es ist doch nicht ihr Ernst???! - jetzt muss ich genau davor auch noch trainieren. Wenn der Häuptling jetzt rauskommt, dann haben wir den Salat! Ich wills nur gesagt haben!!!

Schau mal, was Charly bei Paul abgeguckt hat! Nur die Bank drunter fehlt :-))) Grüße Rita

 

 

 

 

 

 

Dezember 2005 - endlich geht es weiter!

Rita hat ein schönes Spielzeug gefunden:

Na, bin ich gut?!

Charly, wir sind der Meinung:

DAS WAR SPITZE!!!!!!!!!!!!!!!!!

Doch das ist noch lange nicht alles, was geübt wurde: siehe Filmchen (hat aber leider gute 2 MB)

 

Go Back

Charly hatte beim Rückwärtsgehend immer das Gefühl, dass der Po auf dem Boden sein sollte. Doch auch solche Probleme lassen sich kreativ lösen: Rita baute aus Schnee eine Rinne bzw. Welle von ca. 5cm und stellte Charly dann davor. Und bevor sich Charly den Po nass macht, geht man lieber perfekt rückwärts. Das war offensichtlich ein Schlüsselerlebnis für ihn. Nun klappt es auch innen und Rita hat 2 nette Filmchen davon gedreht:

Go back 1 (ca. 1,8 MB)

Go back 2 (ca. 2,6 MB)

Der Multifunktionshocker

Zum Film: Winkewinke Zum Film: Tip
Zum Film: Stubbs Zum Film: Fussbank

 

 

November 2006 - das Unfassbare geschieht

Rita ging mit einem gut gelaunten Charly spazieren. Es war eine Gegend, wo gar nicht so viele Hunde laufen. Ich glaube, ich habe den Film sogar hier irgendwo hochgeladen, wo er genau da auf Entfernung wartet und dann ansaust kommt. Eigentlich apportierte Charly das Futter, was er fand oder er ließ es liegen. Doch dieses eine Mal fraß er es. Zuhause wurde er nach einigen Stunden komisch - unruhig - Rita dachte noch, er müsse Gassi oder es sei die läufige Hündin. Doch dann wurde es gespenstisch. Beim Gassi kreiselte Charly um Rita und ließ sie nicht mehr aus den Augen. Er wollte ihr etwas sagen, was ganz ganz wichtig war. Er lief und lief und fand keine Ruhe mehr. Rita verstand, dass etwas nicht stimmt und brachte den Hund sofort zu einer Tierärztin. Es wurde schlimmer und schlimmer. Charly rannte gegen die Wände und wurde unruhig, wie ein Hund, der einen schweren epileptischen Anfall hat. Die Tierärztin spritzte ihm unendlich viele Beruhigungsmittel und behielt ihn über Nacht bei sich. Man fand kein Gift, aber man fand auch keinen Virus, nichts. Etwas neurologisches... Ich weiß nicht, wie viele Menschen in dieser Nacht um Charlys Leben beteten.

Der Morgen kam und allmählich wurde Charly etwas ruhiger. Rita konnte ihn sehen und hatte ihn eine Weile zu Hause. Er lag da und wir hofften alle, dass er sich nun erholt. Der Verdacht auf E605 wurde geäußert. Es ist ein Gift, was es eigentlich nicht mehr gibt. Man merkt es erst, wenn es schon zu spät ist und es gibt, im Gegensatz zu Rattengift, kein Gegenmittel.

Charly kämpfte weiter um sein Leben. Das Grauen ging weiter, aber er tobte nicht mehr so furchtbar. Nur hatten wir falsch gedacht. Er war nicht ruhig, weil er sich erholte, sondern weil er sich nicht mehr bewegen konnte. Das Gift hatte sein motorisches Zentrum zerstört. Er schlief die nächste Nacht nochmal sehr ruhig bei der Tierärztin und kam den Tag darauf wieder zu Rita. Sie freute sich so auf ihn und war glücklich, dass er endlich zur Ruhe gekommen war. Sie nahm ihn mit nach Hause und dort auf seiner Decke, wo er immer so gerne gelegen hatte, hörte er einfach auf zu atmen. Er lag da wie immer.

Mich hat selten ein fremder Hundetod so traurig gemacht. Charly war so mitten drin im Leben. Er war so freudig und präsent bei allem, was er tat. Was haben wir alles über ihn geredet, wie viele schöne Bilder und Filme gemacht. Es war einfach noch viel zu früh für diesen Hund und er hinterlässt wirklich eine Lücke, die ich gar nicht beschreiben kann. Es ist, wie es immer auf den Grabsteinen steht, für uns alle unfassbar.

Dazu kommt das Entsetzen über die Menschen, die mit Absicht solche Gifte auslegen und das Leid von Mensch und Tier ignorieren. Vielleicht war dieses Gift auch für andere Tiere gedacht - aber sie leiden nicht weniger - im Gegenteil, sie bekommen nicht einmal Beruhigungsmittel. Menschen waren schon immer entsetzlich grausam - Tieren und auch Menschen gegenüber. Im Grunde hatte Charly recht, dass er der Welt nicht so recht getraut hat.

Er liegt nun unter der Erde und ich hoffe sehr, dass er von dem vielen Regen, den er so gar nicht mochte, tatsächlich nichts mehr mitbekommt. Charly ist ein Hund, der mich in Gedanken sicher für immer begleiten wird. Leb wohl Charly!