Hundefuttersammlung

Die Zeit vergeht und es ist schon eine ganze Weile her, dass ich aufgehört habe vegetarisch füttere. Warum eigentlich nicht mehr? Ich glaube, ich habe ganz einfach den bequemen Weg gewählt. Dazu kam immer die Sorge, ob der Hund nicht doch mangelernährt sein könnte. Im Grunde glaube ich es nach wie vor nicht. Aber inzwischen habe ich nach langem Suchen doch Futter gefunden, womit ich zufrieden bin und das mische ich jeden Tag ein bißchen anders - je nach Hund, je nach Laune.

Das wichtigste Kriterium ist mir, dass keine Tierversuche dahinter stehen sollten und die Tiere vor ihrem Tod so artgerecht wie nur möglich gehalten wurden. Ich frage mich oft, ob diese ganzen Hühnerfutterbüchsen tatsächlich so gesund sind. Hühner werden in den Mastanlagen mit Antibiotika und co vollgepumpt. Ich habe mal gelesen, dass Mitarbeiter so einer Farm antibiotikaresistent waren, weil es in der Mensa so oft Hühnchen gab. Genaus zweifelhaft sind mir die vielen Innereien in den Büchsen. Nieren, Leber und co sind bei den Schlachttieren hoch belastet mit Giften. Sogar beim Menschen wird vor dem zu häufigen Verzehr gewarnt. Ich glaub Niere sollte man als Mensch höchstens 1x die Woche essen... Wenn ein Hund das jeden Tag in seinem Napf hat - hm.... wird selten berücksichtigt in der Auswahl des Futters...

Im Moment würde ich grundsätzlich empfehlen:

Herrmanns Hundefutter: Genial. Wie Auenland im Grunde, auch ähnlich im Preis. Aber wirklich sehr, sehr gut. Ich habe jetzt auch das Trockenfutter mit den Reispopps ausprobiert. Ist prima und wird auch von Mäkel-Lena sehr gerne genommen. http://www.herrmannshundefutter.com/ und zu bestellen auch über den sehr guten Versand von http://www.futterfreund.de

Nach den Büchsen und auch HerrmannsTrockenfutterfrust- jetzt war ich so zufrieden mit den Reispopps - kaufs nach - jetzt sind es auf einmal Flocken und der Fleischanteil hat sich deutlich erhöht. Foto kommt.

Dafür gibt es das Futter mit dem gefriergetrockneten Fleisch jetzt auch mit Hirse. Sieht schön aus, hat aber auch nicht diese Leichtigkeit, die das alte Futter mit Reis hatte.

Übrigens ist dieses Futter vom ökologischen Aspekt her nicht sehr gut - das Trocknen vom Fleisch braucht recht viel Energie. Mei...

Das untere Bild sind Amaranthflocken. Hab ich jetzt auch mal mitbestellt, mal sehen.

Die Büchsen von Herrmanns - auf jeden Fall prima - aber leider seit ca. 1 Jahr sehr dünnflüssig - zuu dünnflüssig eigentlich. Am schlimmsten sind die Fischbüchsen, da kann ich auch gleich Fischsuppe kaufen. Ich hoffe, das wird wieder geändert.

Inzwischen kann man die Büchsen auch über www.zooplus.de bestellen - oft auch als Sonderangebot.

Neu im Sortiment bei mir: Bestes-Futter Micro -Croque - getreidefrei. Ich hab das Senior-light (Wild, Kaninchen als Fleisch), aber es gibt da auch noch ganz viel andere Sorten. Statt Getreide werden Kochbananen verwendet. Mögen meine Hunde sehr! Ob sie es auf Dauer gut vertragen, kann ich noch nicht sagen. In dem Senior/Light ist Kartoffel mit drin. Die sehr kleinen Pellets sind für das Clickertraining sehr praktisch!

Das Fenrier Spezial enthält kein Getreide und auch keine Kartoffel, dafür Banane und Tapioka. Die Stücke sind deutlich größer (haben so knöchelchen Form).

 

Bestes Futter Senior hat auch kein Getreide. Hauptbestandteile in der Reihenfolge des Herstellers: Hühnchen (aber halt KZ-Huhn), Kartoffel, Rübenmus, Banane, usw. Ach, schauts euch einfach selber durch.

Neu ist jetzt das Biofutter von Bosch herausgekommen. Ich muss gestehen, dass ich es erst völlig ignoriert habe, die Bestandteile sind aber gut: alle Zutaten aus biologischer Produktion. Es ist kein Mais und Weizen drin. Alle Zutaten sind aus biologischem Anbau. Lena mag es sogar lieber als Magnusson - also wird der Kram halt auch gekauft... aber ich füttere es nur dazu.

www.biobosch.de

  Köbers Supermix GJ und die Leckerchen von Köbers. Gibts nicht so leicht, wobei ich jetzt gesehen habe, dass zooplus.de sie wohl anbietet. Das Supermix wird kurz angefeuchtet und wurde bisher auch von empfindlichen Hunden hier bestens vertragen. Ein Futter, was äußerlich unscheinbar aussieht, aber einen sehr hohen Fleischanteil hat, inländisch produziert wurde und bestens verträglich ist. Infos unter: http://www.koebers.de/
Magnussohn. Meine Hunde Hunde mögen am liebsten die ältere Rezeptur (Kennel, Krav und Lätta) und nicht die harten Brocken Meat& Biskuit. Dieses Futter ist ohne diesen ekligen Fettmantel, der oft über Trockenfutter gesprüht wird und unsere Hunde mögen die Brocken sehr gern. Was mich stört, ist der hohe Mais- und Weizenanteil mit dem relativ niedrigen Fleischanteil. Für zwischendurch oder auch als Leckerchen ein sehr ansprechendes Futter. Alte Hunde kommen damit oft sehr gut zurecht, weil die Brocken gut zu kauen sind. Bestellen kann man es auf jeden Fall über lunderland.de
Gemüse-/Reisflocken von Grau. Alternativ zu den teuren Bioflocken finde ich auch die Grauflocken sehr gut. Sie enthalten aber viel Mais und Weizen. Der Gemüseanteil ist sehr niedrig. Ob Hunde die getrockneten Erbsen, die darin sind, überhaupt verdauen können???
  Auenland Futter (www.auenland-konzept.de). Das ist mir eigentlich nach wie vor das liebste Futter. Von der Philosophie her wirklich bingo. Biolandhühner, keine ekligen Zusätze. Super Flocken mit viel Gemüse -hier gibt es für empfindliche Hunde auch Dinkelflocken! Das ABER sind die sehr hohen Versandkosten. Ich habe aber mit der Herstellerin schon telefoniert. Sie steht noch selber in der Küche und rührt die Doseninhalte mit an. Sie sagt, noch billiger kann sie einfach nicht produzieren.
  Zwischendurch gibts auch den Thunfisch - Rindfleisch-Mix von almo-nature (gibt es bei zooplus) - angeblich kein Zuchtlachs und irgendwas mit Bio - da Thunfisch aber eigentlich als quecksilber belastet gilt, halte ich mich mit dem Futter trotzdem zurück. Angeblich wird das Futter von Kindern in Asien eingetütet - hat mir jemand erzählt, der die Fabrik besucht hat. Keine Ahnung, ob das stimmt.

Sehr gerne mag ich die Produkte von Lunderland. Da gibts auch Fellstreifen und Ohren mit Haaren. ICH finds eklig und pervers, aber da Coffey im Herbst zweimal ein komplettes Kaninchenbein vom Feld mit haariger Pfote verspeist hat (nein, kein Verdauungsproblem), probier ichs doch mal. Ist ja eigentlich natürlich, dass sie es mitfressen. Inzwischen gibt es bei Lunderland quasi alles... Getreide aller Art, Trockenprodukte aller Art. Der Versand ist recht schnell versandkostenfrei. Es lohnt sich auf jeden Fall, auf diese Seite zu schauen!

Auf dem Bild links: Hirse und getrocknete Tomaten. Es gibt auch getrocknete Möhren, Rübenschnitzel, Zucchini, rote Beete und und und...

  Platinum: Im Moment voll im Trend. Ich persönlich habe meine Zweifel, ob das viele Hühnchen mit der Antibiotikadosis der Massenzuchthühnchen nicht zu Resistenzen beim Hund führt. Eine Tierärztin äußerte kürzlich den selben Gedanken. Gerade die Innereien (Leber, Niere) sind hochgradig belastet und von daher aus meiner Sicht eher weniger zu füttern. Mögen tun es die Hunde sehr gerne. Man kann es auch gut zum Clickern verwenden, weil es gut zu brechen ist. http://www.platinum-natural.com/index.php
   

Eine ganze Weile habe ich mal eher rohes Fleisch ausprobiert. Aber irgendwie kommen alle Hunde, die ich bisher hier hatte, besser mit dem gegarten Fleisch zurecht. Ich hatte ständig Magensäureprobleme und das anschließende Gespucke. Barferland ade - so gesund das klingen mag. Mit dem rohen Fleisch kommen meine Hunde nicht so gut zurecht. Jedes Mal bekomme ich Magensäureprobleme und das Gespucke - allmählich mag ich nicht mehr. Nur noch grünen Pansen kriegen sie zwischendurch roh: Nasenklammer ran, Tankstellenplastikhandschuhe rüber, Luft anhalten und schnell alles in die Näpfe gekippt. Bäh!!!!

Kann ich meinen Hund vegetarisch ernähren?

Meine persönliche Stellungnahme

Wenn ich meine Hunde befrage, kommen folgende Antworten:
Lena: Naja... was gibts denn noch? Coffey, magst du es vielleicht haben????
Coffey: is mir egal, Haupsache ich krieg was zu fressen - ich hol mir dann halt nen Burger im Abfall von McDonalds ,-)
Colin: is mir egal, Haupsache ich krieg was zu fressen
Lucky: is mir egal, Haupsache ich krieg was zu fressen

Pflegehunde: Die meisten mochten ausgesprochen gerne auch Gemüse mit Getreide. Aber Fleisch wird bei Wahl vorgezogen.
Fazit: ich gehe beim Füttern einen für beide Hunde akzeptablen Zwischenweg. Mich selber allerdings füttere ich zu 100% vegetarisch, inzwischen sogar oft vegan. Die Vorstellung, in einen Fleischklumpen zu beißen, der mal an einem Tier dran war, bzw. ein Tierkadaverteil in mir zu haben, verursacht bei mir derartige Ekelgefühle, dass ich Fleisch nicht mehr essen kann. Daher fällt es mir auch nicht schwer, auf Fleisch zu verzichten.

Links, wo es Informationen zu diesem Thema gibt:

http://www.vegetarismus.ch/vegepet/vegedog.htm
http://www.vegetarismus.ch/vegepet/tyked.htm

Studie über den Gesundheitszustand vegetarisch ernährter Hunde:
http://www.vegetarismus.ch/peta/hunde.htm

Bei den Tofus findet man wahrscheinlich die meisten Informationen zum Thema vegetarische Tierernährung:


Wo kann man vegetarisches Futter kaufen?

Unter dem oben genannten Link www.tofus.de gelangt man auch zu einer äußerst umfangreichen Futterliste. So für den täglichen Gebrauch bestelle ich vor allem bei HTS und Radix, aber auch das Schlecklifutter. Bewährt hat sich als Futter vets for pets, ropodog und noch irgendeins, wo ich den Namen nicht mehr weiß. Ich nehme diese Trockenfutterdinger auch oft, mische sie in einer Tüte mit Käse oder vegustodog, so dass sie bißchen angeschnullt sind und füttere sie dann beim Clickern usw.

Ein prima Probesortierment vegetarischen Hundefutters bekommen Sie bei:
HTS Heimtierservice: hts@onlinehome.de; Tel. 02734-271647
Es gibt eine riesige Auswahl über vegetarisches Hundefutter, was man bei HTS bestellen kann.

Beim Radixversand www.radix-versand.de (leider noch keine so gelungene Internetpräsenz) gibt es vegustodog/-cat, vegedog (ein Zusatzpulver wenn man selber kocht). In dieser Hundewurst, die den Hunden überraschend gut schmeckt, ist alles zugesetzt, was für Hunde wichtig ist. Sie ist aber auch nicht ganz billig. Hier eine Liste, was Radix an Tierfutter anbietet:


Weitere links folgen...

Mein eigener Erfahrungsbericht

Zu diesem Thema gibt es viele Diskussionen. Spontan erinnert mich das an meine Kindheit: irgendwann fing ich an, Fleisch eklig zu finden und begann, auf Salate und Gemüse auszuweichen (was früher gar nicht so einfach war...). Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich zu hören bekam, dass ich Mangelerscheinungen bekomme usw. Jedenfalls lebe ich jetzt schon ca. 35 Jahre ohne Fleisch und bin, glaube ich, genauso gesund wie ein Fleischesser.

Hunde vegetarisch zu ernähren fand ich, konform zu den bisherigen Meinungen, pervers. Aber das hat sich geändert.

Meine Coffey hatte, seit ich sie bekommen habe, fast jeden Morgen Magensäure gespuckt. Dazu hat sie ganz oft so geröchelt als hätte sie eine Kehlkopfentzündung. Wie oft ich deshalb beim Tierarzt war... Ihr Kehlkopf war auch häufig gerötet, aber rückblickend war es ziemlich sicher das viele Keuchen, was vom Magen kam. Trofu am Abend füttern ging gut, dann wurde die Säure aufgefangen.

Irgendwann habe ich abends mal für das Clickern recht viel Herz gegeben. Coffey spuckte die Nacht und den nächsten Tag so sehr, dass ich beschloss, sie auf Diät zu setzen. Ich musste gerade diese Tage zu Christina auf einen Clickerkurs und nahm dann einfach nur Reis für Coffey mit. Erst hinterher wurde mir bewusst, dass Coffey überhaupt nicht gekeucht oder gespuckt hatte.

Jetzt fing ich an, der Sache mit System nachzugehen. Ich kam auf die Tierheimseite von Siegen über vegetarisch ernährte Tiere. Diese Seite hat mich überzeugt. Und dann ging es los. Ich fing an, mich einzuarbeiten und füttere seit Frühjahr 2003 nur noch wenig Fleisch. Das Gespucke hat komplett aufgehört, ebenso die "Kehlkopfentzündungen". Auch Grasfressen nimmt nur noch einen sehr geringen Raum ein. Wenn ich aber mal doch mal etwas mehr Fleisch füttere, geht alles ganz schnell von vorne los.

Das Fell von Coffey ist in Ordnung. Sie hatte keine Krankheiten in diesem Zeitraum. Ich bin immer noch selber kritisch, ob diese Ernährungsform geeignet ist, kenne inzwischen aber auch andere Leute, die mit Erfolg seit langer Zeit kein Fleisch mehr füttern. Deren Hunde sind kerngesund.

Ich habe Glück, dass Coffey eigentlich alles frisst. Bei Lena gestaltet sich das Programm nicht so einfach. Manchmal schaffe ich es, ihr wenig Fleisch zu geben, manchmal riecht sie dann aber auch nur an der Schüssel und denkt "pfui daifi - Coffey, du kannst es haben" - dann kriegt sie auch wieder mehr Fleisch. Ich will kein Dogma daraus machen. Wo es passt, probiere ich es, wo es nicht passt, füttere ich anders.

Für mich steht hinter der Entscheidung, auf Fleisch möglichst zu verzichten, auch der Gedanke, ganz einfach ein Zeichen zu setzen. Es ist für mich kein Unterschied, ob ich einem Schwein oder einem Beagle in die Augen schaue. Jedes Lebewesen möchte leben und hat ähnliche Bedürfnisse wie wir. Ich möchte den Tieren die Angst und Qual ersparen. Ich möchte, dass kein Tier für mich getötet wird. Ich wende mich damit sicher ab von der Natur - entscheide mich aber ganz bewusst für Kultur. Auch meine Hunde können mit ein wenig Kultur gut leben - zugegebenermaßen aber eine ihnen aufgezwungene. Würde man sie lassen, würden sie wie viele Menschen am liebsten Blutwürste, Spanferkel und Schlachtplatte verzehren...

Sie gehen diesen Gelüsten auch immer wieder nach - fressen ein verfaultes Hasenbein oder eine Maus, die sie gefangen haben. Sie dürfen das dann auch fressen - klar. Aber, wenn ICH füttere, dann steht die Kultur im Vordergrund.

Stand 2009: Ich füttere nur noch zwischendurch vegetarisch. Aber dafür möglichst Fleisch aus artgerechter Haltung.


 

 

© NanA 2003 all rights reserved!