"... Also mit Jazz und Wanderungen ist das ganz toll, ABER...
Also insgesamt bin ich total dankbar, einfach mal 3 Wochen gehen oder fahren zu können ohne
Planung und Nachdenken."
Anmerkung: Dieses Tier wird demnächst unser Feriengast... unerwähnt war bisher, dass Jazz auch jeden Traktor entert, der in Sicht kommt... und natürlich alles frisst, was nur irgendwo herumliegt... und wegrennt, wenn sie Lust hat...
[diese Geschichte ist tatsächlich passiert...]
Früher war so ein Tierarztbesuch so einfach, dass ich gar nicht darüber nachdachte. Ich fuhr halt mit dem Hund in die Tierklinik und ging nach kurzer Zeit wieder heim.
Jetzt ist Cookie da. Cookie kann überhaupt nicht alleine bleiben. Cookie muss also auf jeden Fall mit rein, wenn Lena ihren Osteopathie-Termin hat. Coffey muss auch mit rein, weil Coffey immer dabei ist und gar nicht gut damit zurecht kommt, wenn sie ausgeschlossen wird.
Fazit: ich muss da mit 3 Beagles rein, von denen der eine keine Minute ruhig dasitzen wird.
Was für eine gute Idee doch, vorher noch einen langen Spaziergang auf den großen Wiesen zu machen - dachte ich...
dachte ich leider falsch. Und ich ahnte es in dem Moment, wo ich mit den 5 Hunden aus dem Auto stieg und Lena im Acker verschwand.
Man soll negative Gedanken vermeiden. Wird schon gutgehen. Und los gings. Es sollte noch viel schlimmer werden, als geahnt.
Ich war nur wenige Meter gelaufen, als mir Lucky mit verschmiertem gelbem Fell entgegen kam. Das gibts doch wirklich nicht! Wo hat der sich denn schon wieder reingeschmiert? Ich glaub, so genau will ich es gar nicht wissen... o.k. Lucky ist nicht ganz so schlimm, der muss eh nicht mit in die Praxis.Vielleicht reinigt sich das Fell während des Spaziergangs von alleine... (tat es aber nicht).
Gar nicht so viel später kommt meine kleine Lena - ja, genau der Hund, der heute behandelt werden soll! - vergnügt rennt sie mir nach mit grünem Hals und Rücken. Der Geruch ist eindeutig: Schaf.. Immer wieder Schaf. Ich hasse inzwischen diese blöden Schafe, die alles vollkacken - allein der Geruch auf den Wiesen kommt mir allmählich hoch.
Ich versuche, Lena die Schmiere an einer Pfütze abzuwischen. Die Pfütze ist dreckig, das Resultat mäßig, aber immerhin - Cookie spielt beim Reinigen mit und versucht die ganze Zeit, mir die Tüte aus der Hand zu beißen, die ich über meine Hand gestülpt habe. Cookie kommt dabei natürlich ständig an meine Hose. Meine Hose riecht nun auch nach Schaf. Mit dem Turnschuh stand ich aus Versehen auch im Wasser und habe nun nasse Füße. Während dieser Betrachtungen ist Lena fröhlich vorgelaufen und hat sich auf einem umgepflügten Acker gewälzt. Lena ist jetzt schokobraun und ich fange an zu resignieren. In der Praxis gibt es für Notfälle eine Badewanne. Ich musste sie leider schon öfter benutzen... ohne Wassergeld zu bezahlen ;-)
Ne, wo ist jetzt Cookie???? Keine Spur von ihm. Ich gehe den Weg wieder zurück. Bis Cookie kommt: von oben bis unten dunkelbraun bis - grün. Seehr zufrieden mit seiner Fellpflege!
Ruhig bleiben! Man kann jetzt eh nichts machen. Vielleicht reinigt sich das Fell noch von alleine.. (nein, tat es nicht).
Ich hatte das Gefühl, dass ich diesen blöden Spaziergang jetzt abbrechen müsse. Nochmal heimfahren und alle Hunde duschen und Halsbänder sauber machen??? Hmmm.... So konnte ja niemand die Hunde anfassen. An einer Pfütze versuchte ich mit braunem Wasser nochmal, zumindest die groben Spuren abzukriegen. Cookie fand das ein blödes Spiel und drehte sich mit seinem jetzt nass-schmierigen Fell immer so, dass er auf meine Schuhe und gegen meine Hose kam. Alles war danach dreckig und ich packte alle Hunde ins Auto (jetzt auch komplett dreckig!!) um noch an einen Weiher zu fahren, wo ich sie vielleicht sauber machen konnte. Die Vorstellung mit drei Hunden in das Tierarztbad zu gehen und drei Hunde zu duschen, kickte mich nicht richtig.
Auf zum Weiher. Ich weiß, es ist gemein und sehr unpädagogisch, aber ich schmiss Cookie einfach in den Weiher. Rubbelte ihn danach mit einem Lappen schön sauber und schaute zufrieden auf ihn: er war endlich wieder salonfähig. Dann mach ich doch den Lappen auch noch gleich sauber, dachte ich, wische den Lappen durchs Wasser, drücke ihn zufrieden aus und schaue nebenbei auf Cookie. Cookie ist braun, wie vorher. Er hatte in dieser kurzen Zeit hinter sich in der Wiese einen Fleck gefunden, wo Entendreck (???) gelegen hatte.
Zweite unpädagogische Maßnahme: Cookie fliegt nochmal in den Weiher. Alles von vorne, er will sich nochmal wälzen - nein, diesmal nicht, du Misthund!!!!
Lena sauber gemacht, Lucky sauber gemacht. Ab ins feuchte, nach Schaf stinkende Auto. Rüber nach Atzelsberg, um nach dem ganzen Mist noch schnell einen Kaffee zu trinken. Ich parke - und sehe vor mir: SCHAFE. Die scheinen mich heute wirklich zu verfolgen!!!!
Egal, ich geh jetzt einen Kaffee trinken. Sitze so da und sehe, dass Cookie unten auf die Hundedecken, auf die Leinen, auf den Boden pisst - alles voll mit Urin - so voll alles, dass ich ihn nicht mal so einfach nehmen und raussetzen kann. Also sitze ich da und schaue zu, wie er fertig pinkelt. Teile der genervten Bedienung mit, dass es passiert ist und gehe wieder zum Auto. Warum habe ich diese Nothunde eigentlich aufgenommen????? Ich bin doch wirklich voll bescheuert!!!! Think positiv... Ich bemühe mich und gehe mit drei sauberen Hunden in die Praxis.
Und habe jetzt Glück. Es gibt noch jemand, der meine zwei Beagles hält.
Lena bekommt ihre erste Osteopathiebehandlung. Halleluja!!!!
[Autorin: Nastasja Döring]
Eigentlich ist Marion gern zu Hause. Oder mit ihren Mädels draußen. Aber seit einiger Zeit ist das anders. – Seit einiger Zeit muss sie samstags auswandern. Denn zu Hause regiert das Elend. – Pünktlich um 20.15 legen sich die Mädels vor den Fernseher. Ein Beagle links, ein Beagle rechts liegen sie platt auf dem Sofa – dabei hören Hunde doch so gut. Stumpf starren sie auf die Mattscheibe, in der Deutschlands schlechteste Sänger singen. Nur Marion ist nicht dabei, denn: Marion ist musikalisch.
Und so packt sie samstäglich ein Fellchen, lässt die Leckerli-Bauchtasche zu Hause und zieht mit irgendwas zum Lesen um. „Offiziell“ geht sie zu McDonalds, sitzt im McCafe und trinkt Cafe Latte. „Inoffiziell“ wissen wir: sie sitzt heimlich in der Kneipe am Eck. Hat keine Lust auf Parkplatzsuche. Trinkt dort „Apfelschorle-Naturtrüb“ und macht sich damit lächerlich. Im Hintergrund läuft Bundesliga und in der Ecke grölen einsame Männer. Doch seit einigen Wochen ist es anders. Seit einigen Wochen gibt es Karl-Heinz.
Angefangen hat alles ganz harmlos. Einsam an ihrer Schorle zuzelnd las Marion in ihren Hundesachen. Lugte heimlich zur Bundesliga hinüber und hoffte, dass das Gesinge bald aufhören möge. Bis letzten Herbst Karl-Heinz auftauchte.
Still setzte er sich an die Theke, bestellte sich Cola-rot und starrte dumpf in seine Bild-Zeitung. Wochenlang saßen sie nebeneinander. Bis einmal das Gesinge ausfiel und sie einander zufällig beim McCafe trafen. „Schaut“ sagt Marion zu den Mädels „da ist der Solariums-Depp, von dem ich erzählt hab. Ich hab schon gedacht, der ist Alkoholiker“. „Grumpf“ antworteten die Mädels. So goldkettchentragende Solariumstypen, breite Schultern, schmale Hüften, Deppenhaarschnitt und Knacke-Jeans, mit so riesigen, weißen Turnschuhen, das war echt nix für ihre Marion. Und die Trulla an seiner Seite, die stieg nicht mal aus dem Auto aus. Fünf Cheesburger und zwei Milchshakes zum Mitnehmen, das musste für eine zweite Person sein. Drei McMenüs hat er gefressen, ganz allein, während sie im Auto wartet. Echt. So einer ist nix für die Marion. „Grmpf“ sagten die Mädels und schütteln die Schlackerohren. So ein Vielfraß, das kann nicht gut gehen.
Bis die Woche drauf wieder die Sänger wüten. Karl-Heinz sitzt schon an der Theke. „Hi“ sagt er als Marion reinkommt. Still bestellt sie ihre Schorle. „Einmal das Übliche, bitte“. Lächelt ein Zitronenlächeln in seine Richtung. Legt die stinkende Bauchtasche auf die Theke. Kramt zwischen Hackfleisch und Lunderlandkeksen ein abgeschrammtes Clicker-Magazin heraus und ignoriert den unguten Kerl. Zwei Stunden später sagt Karl-Heinz „umpf“ schaut auf die Uhr und geht nach Hause.
Wochenlang ziehn sie das durch. Marion mit immer ekligeren Bauchtaschen, Karl-Heinz mit dumpfem „Hi“ und „Umpf“ zum Grüßen.
Doch dann, an einem geschichtsträchtigen Tag, springt mitten in der Bundesliega der Kneipen-Fernseher auf den Sängerkrieg um. Eine Mädchenclique hat den Wirt überredet. „Mach aus den Scheiß“ brüllt Karl-Heinz, noch bevor sich Marion in der Schorle ertränken kann. – Die Bauchtasche hat sie schon an sich gerafft, sich zwei Leckerchen in die Ohren gestopft, nur um das Gekreische nicht hören zu müssen. „Mach aus den Scheiß, die Dame will lesen!“. DAS hätte Marion nicht erwartet! Große Augen auf Karl-Heinz gerichtet, das ganze Lokal starrt ihn an. Männer klopfen leise, verhalten Beifall, die Schülerinnen flüchten aus dem Lokal.
„Is doch wahr“ brummt Karl-Heinz in sein Cola.
Marion linst verstohlen hinüber. Hat sie ihn so falsch eingeschätzt? Vielleicht ist er ja gar nicht so…. Verstohlen puhlt sie an ihren Ohren. – Die Leckerchen gehen nur mühsam raus. „Deine auch?“ fragt Marion. „Grffffff“ sagt Karl-Heinz und nickt. Kein Mann der großen Worte Karl-Heinz. „Blödes Gesinge“ sagt er noch, „helfen die?“ und nickt zu den Leckerchen. „Geht so“ sagt Marion und muss fast lachen. Doch Karl-Heinz ist schon wieder versunken. Wartet geduldig, bis „es“ vorbei ist, faltet die Bildzeitung, zahlt sein Cola und grüßt wie immer mit einem „Umpf“. Doch diesmal grüßt Marion zurück.
Die Woche drauf ist SängerInnen-Special. Eine Stunde länger als sonst.
Marion hat zwei Clickermagazine und ein Buch mit. Die Leckerchentasche stinkt diesmal weniger, dafür hat sie Oropax eingepackt. Nur falls was schief geht.
Karl-Heinz ist wie immer schon da. Grüßt mit „Umpf“ und lacht bei dem Klappern, das die Oropax-Dose beim Aufprall auf den Tresen macht. Wühlt in seiner Hosentasche und legt seine Packung neben die von Marion.
„Frauen“ sagt Karl-Heinz nur trocken.
„Frauen“ sagt Marion und nickt.
Seitdem treffen sie sich jede Woche. Gemeinsame Interessen haben sie keine. Manchmal lädt einer den anderen ein. Wenn´s um Hundesport geht, liest Karl-Heinz auch mal was übers Clickern. Wenn´s um Hunde geht, linst Marion in die Bild-Zeitung. Manchmal hat Marion für Karl-Heinz Waffeln. Darf sie ohnehin nicht essen. Dafür bringt er ihr Dinkel-Brötchen, die ihm seine Frau aufzwingt.
Seit gut zwei Jahren geht das jetzt schon so. Die Sänger gibt´s schon lang nicht mehr und Marion betreibt mittlerweile Extremsport. Karl-Heinz hat sich in eins von den Mädels verliebt und ist bei Marion eingezogen. Seit zwei Wochen schläft sein Kumpel Cookie „the Koks“ Kukmann bei ihnen… „pennt nur mal kurz auf der Couch“. „Ach Marion, hab dich nich so“. Der längste Satz, der Karl-Heinz je gesagt hat. Aber die Mädels stehen auf den Typen. Und seit er den Kanari gefressen hat, findet sogar Marion ihn beinahe großartig…
Karl-Heinz hat sich in eins von den Mädels verliebt, heißt jetzt Lucky und ist bei Marion eingezogen. Heißt jetzt Lucky :-)

Das konnte doch nur wieder diese blöde Marga gewesen sein. Coffey hatte die Kinderserie für kranke Hunde fast jeden Morgen gesehen und wusste, dass Marga eine ältere Kuh war, die früher für Milka gearbeitet hatte. Doch irgendwann hatte Marga keine Lust mehr, ständig auf ihrer Alpenwiese fotografiert zu werden. Sie nahm schwungvoll Anlauf und schmiss das ganze Reporterteam über den Haufen. Jepp! Das hatte gewirkt. Aufgeregt packten alle Menschen ihre Sachen zusammen und rannten weg. Dann war es still auf der Wiese geworden. Marga fraß ihre bunten Blumen und war im Grunde ganz zufrieden mit der Welt. Wäre nur nicht immer dieses lila Fell gewesen. Es konnte regnen und stürmen wie es wollte, jeden Tag, wenn sich Marga unten im See betrachtete, sah sie, dass sie sich immer noch von ihren Kolleginnen deutlich unterschied. Eigentlich machte ihr das mit dem Lila grundsätzlich nichts aus, doch Oscar, der schöne Kuhmann drüben auf der anderen Weide, wollte mit ihr deswegen nichts zu tun haben. Er sagte zu ihr: "Ach Marga, schau dich doch an... Kannst du dich nicht mal umfärben lassen???? Stell dir doch nur vor, wir hätten zusammen ein Baby. Lila-Flocke würden die Menschen es nennen. Wir hätten nur noch tausende Besuchermenschen rund um unseren schönen Zaun stehen. Willst du das wirklich???"
Nein, das wollte Marga auch nicht. Sie hatte wirklich genug von den Reportern.
Nachdenklich kaute sie so vor sich hin und beschloss schließlich, sich auf den Weg zu machen, um ihr Fell endlich wieder in braun-weiß umfärben zu lassen. "Auf Wiedersehen Oscar", muhte sie im Morgengrauen auf die andere Wiese. "Ich gehe eine Weile weg und suche mir einen Kuhfriseur." "Auf Wiedersehen, Marga", muhte Oscar. "Alles Gute! und pass auf, dass du nicht aus Versehen rot gefärbt wirst. Das wäre auch nicht so attraktiv für mich!!!"
Marga wälzte sich mühsam unten durch den Zaun und wackelte den alten Forstweg hinunter ins Tal. Überall begegneten ihr Menschen, die staunend auf sie zeigten und irgendetwas von Schokolade redeten. Sie verstand es nicht, blieb aber höflich, um keinen Ärger zu bekommen. Unten am Ortsrand sah sie, gleich neben dem gelben Postschild, das Schild "Frisör Muh-Kuh". Sie läutete mit ihrer großen Kuhglocke, die sie um den Hals trug und durfte in den großen Salon eintreten. "Einmal bitte braun-weiß, mit viel waschen, bitte!, sagte Marga und wurde daraufhin in einen Kuhstuhl gesetzt und ihr Kopf vorsichtig mit einem Handtuch abgedeckt. Mit einer Brause, so groß wie ein Mühlrad, duschte ihr die Friseurin das ganze lila Fell ab und machte es schön nass. Dann wurde ihr Fell mit einem Shampoo der Firma "Braunkopf" eingeseift und es gab eine Schaumwolke, so dass man Marga gar nicht mehr sehen konnte. Doch der war das alles egal. Sie dachte nur noch an ihr schönes braun-weißes Fell und sah sich in Gedanken schon den Forstweg wieder hoch wandern. Genussvoll schloss sie ihre Augen und ließ das warme Wasser auf ihren Rücken plätschern. Was für ein wunderbarer Tag in ihrem Leben!
"Oh!, sagte da auf einmal die Friseurin, "das geht ja gar nicht ab?!" "Wie, nicht ab????" Marga verstand ganz kurz nicht, was gemeint war und blinzelte vorsichtig mit den Augen. "Na, das Lila. Siehst du denn nicht, du bist immer noch lila. Das geht nicht ab!", sagte die Friseurin.
Marga wurde es übel. Auf einen Schlag waren ihre ganzen Träume zunichte gemacht. Verzweifelt saß sie auf ihrem Frisörstuhl und dicke Tränen liefen ihr aus den Augen. "Gibt es denn noch irgendetwas, was ich versuchen kann????", fragte Marga die Frisörin. Die schaute sie eine ganze Weile grübelnd an und hatte dann eine Idee: "Ich glaube, bei so viel Farbe müssen wir mit mehr Chemikalien arbeiten. Früher, in meiner Ausbildung haben sie uns mal gesagt, dass man Causticum nehmen müsse. Das ist ein ätzendes Mittel, was alles Störende aussortiert und das Gute da lässt. Wir müssen versuchen, dieses Mittel zu finden!"
Causticum, Causticum - nie gehört, dachte Marga und ging mit diesen Gedanken hinaus auf die Straße. Ich glaube, ich muss erstmal einen Kaffee im McCafé trinken, überlegte sie. Die Idee hatte sie von den Reportern, die keinen normalen Kaffee mehr trinken wollten. Sie wanderte ganz nach oben durch den Ort und sie wanderte wieder ganz nach unten durch den Ort. Dann wanderte sie nach links und schließlich nach rechts. Doch es gab nirgends ein McCafé. So ein Mist! Müde und frustriert kehrte Marga um und wanderte zu einem Coffey-Shop mitten im Ort. Dort setzte sie sich in den größten Sessel, der da stand und schaute so vor sich hin. Ziemlich langweilig war das. Aber auf ihre Weide wollte Marga nun so lila auch nicht wieder zurück. Irgendetwas musste geschehen.
Hinter Marga hielt ein großer gelber Postwagen an. Ein Postmann sprang aus dem Auto und ging mit ein paar Paketen auf dem Arm Richtung Hauptpost. Boaahhhhh!!! Sooo viele Pakete!!! Marga fielen fast die Augen aus. Wer so viele Geschenke wohl bekommt??? Marga buchstabierte mühsam eine Adresse auf einem kleinen Päckchen:
3 KLOPULI CAUSTICUM
FÜHHR
COFI
NUEERNBÄRG
Was???? Was???? Causti?? Causti? Wie hieß das Zeug? Causticum??? Das war es doch, was sie haben musste. Jetzt war sie aber froh, dass sie eine Kuh war. Daran hatte der Postmann nämlich nicht gedacht. Sie machte ihr großes Maul so weit auf wie sie konnte. Mit ihrer riesigen kratzigen Zunge schleckte sie blitzschnell über das kleine Päckchen und schluckte alles mit einem Rutsch hinunter. Der Postmann schimpfte und schrie, dass das doch das Päckchen für Coffey gewesen sei. Doch unten ist unten. Da war einfach nichts mehr zu machen. Soll sie sich doch ein neues Päckchen holen!! La La lallalla :-)) Marga sprang auf der Coffey-Shop-Terrasse herum und sang ihr Lied von Milka. Die Menschen wunderten sich ganz schön, was die lila Kuh da machte! Sie hatten doch immer gedacht, dass es diese Kuh nur im Fernsehen gibt und dass die doch gar nicht selbst singen kann.
Mit einer kleinen Päckchenbeule im dicken Magen rannte Marga los und riss, ohne ihre Kuhglocke zu läuten, die Türe zum Frisörsalon auf. "Ich hab's!!!", rief sie außer Atem "ich habe es durch einen ganz komischen Zufall gefunden. Hihi - und diese COFI, die weiß es nicht. Die wird sich ganz schön wundern, wenn das nicht ankommt. Ist mir aber piep-piep-piep egal!!!!"
Nach einer guten Stunden ging die Türe vom Salon abermals auf. Heraus trat eine glückliche braun-weiße Kuh. Lange stand sie vor den Scheiben von einem kleinen roten Auto und guckte sich ihr Spiegelbild an. So, genau so, musste es sein. Vor lauter Zufriedenheit darüber musste sie tief rülpsen und spuckte dabei den ganzen Pappemüll gegen die Autoscheiben. Puh, das war aber eklig! Pappe ist nichts für Kühe!
Marga kaufte für ihren Oscar nur noch schnell eine Milchschokolade und wanderte dann glücklich den langen Berg zu ihrer Alpenwiese nach oben.
Ihr könnt euch vorstellen, wie Oscar und Marga abends zusammen saßen, was?! Einer rechts, der andere links vom Zaun. Beide hielten eine halbe Schokoladentafel in dem Fuß und beide lachten sich über diese COFI kaputt, die wohl bis heute noch auf ihr Causticum wartet.

Es begab sich vor gar nicht so langer Zeit, dass vom Fürsten Attuj ein klitzekleines Stück Land gepachtet werden konnte. Der Fürst hatte eine Weile in einem anderen größeren Reich gelebt, war dort aber unzufrieden und suchte sich ein anderes Reich. Dort war er aber auch unzufrieden. Immer wieder gab es Zank und Streit mit den anderen Regenten im Reich. Und so suchte sich der Fürst Attuj schließlich ein Stück Land, das wirklich nur ihm gehörte.
Er lud die Menschen ein, in sein kleines Reich zu kommen. Es sollte lebendig werden und vielen Menschen viele Möglichkeiten bieten. Immer mehr Menschen kamen und verbrachten hier einen Teil ihres Lebens. So verging eine Zeit und alle waren im Grunde zufrieden. Wie an jedem Hof gab es natürlich die besonders Vertrauten, die Schleimkriecher und Speichellecker, es gab Kommunikatoren, die von weit her die Wahrheit sahen. Bis in die einzelnen Häuser konnten sie sehen und Gutes tun. Es gab die Weisen, die alles wussten und die Lehrer, die immer lehrten. Maler und Photografen brachten die Kunst in das Land. In vielen Häusern walteten die Hausfrauen und rührten ihre bewährten Rezepte...
Und so könnte es auch heute noch sein, wäre nicht... ja, wäre nicht...
Eines Tages sah der Fürst ganz hinten auf einer der Wiesen einen Taliban sitzen. An seiner Seite ein großer schwarzer Hund. Ernst blickten sie ins Land. Attuj wusste sofort, dass er handeln müsse. Neue Gesetze wurden erlassen. Häuser gesperrt.
Doch, es ließ sich nicht aufhalten. So gut Attuj auch versuchte,
seine Grenzen zu überwachen, so schnell tauchten immer weitere Taliban auf
und untergruben das Reich.
Um dieser Gefahr Herr zu werden, schickte der Fürst Menschen aus
seinem Reich. Andere wurden still und heimlich hineingeholt. Kräuter und Zaubersprüche
sollten die kranken Lebewesen heilen. Endlich sollte es wieder sein, wie früher.
Doch die Taliban blieben
und saßen neben ihren schwarzen Hunden.
Fürst Attuj versammelte seine Vertrauten, seine Schleimkriecher und seine
Speichellecker. Lange saßen sie zusammen und überlegten, wie man die Taliban
aus dem Land bekommen könnte. Attuj überbrachte den Taliban böse Botschaften.
Reiter überzogen das Land und berichteten über die Wohltaten und Rechte des
Fürsten. Wasserträger wurden möglichst schnell geköpft. Neue Gesetze mussten
her. Immer neue Gesetze.
Es wurde ungemütlich im Reich. Viele Menschen verloren ihre Freiheit.
Die Taliban saßen weiter herum und wussten nicht recht, was eigentlich passiert war. Sie versteckten sich in den Gräben und beobachteten die Menschen. Die Botschaften hörten sie auch, doch sie konnten sie nicht glauben.

Und eines Tages merkten sie, dass sie sich in dem falschen Land niedergelassen hatten. Sie sattelten ihre schwarzen "Pferde", ließen sie noch einen letzten Haufen machen und galoppierten so schnell wie sie konnten aus diesem seltsamen Land in die Freiheit.
Seit Jahren schon... gibt es da oben am Weg eine Stelle, wo viele Beagles immer wieder wie vom Erdboden verschwinden. Müde und gelangweilt tappeln sie hinter uns her - immer müder... immer müder... sie kommen fast nicht mit... und vor Schwäche scheinen sie danach den Berg herunterzurollen.
"Das gibts doch nicht!" denkt der besorgte Hundehalter. Ob ihnen etwas passiert ist??? Hundefänger? Gift? Ein Unfall??? Das laute Rufen verhallt im Wald. Stille. Kein Beagle weit und breit. Geht man dann ein Stück weiter und schaut ganz scharf nach unten an den Waldrand, kann man mit viel Glück ein oder mehrere weiße Schwanzspitze sehen. Wenn wir Menschen die gesehen haben, dann freuen wir uns. Und da die Beagles Hunde sind, die auf jeden Rückruf sofort reagieren, tun sie uns den Gefallen: Sie hören uns, schauen uns freundlich an und bleiben selbstverständlich unten am Waldrand, um ihrer Tätigkeit nachzugehen.
Um zu sehen, was die da machen, muss man erst einmal ein ganzes Stück um den Hang herumgehen. Gut, inzwischen wissen wir schon, was die da machen. Nützen tut es uns leider auch nichts. Auch die Wissenden müssen ein längeres Stück um den Hang herumgehen. Der einzige Unterschied zum Unwissenden ist, dass man keine Hoffnung mehr hat.
Dieses Stück Weg wird, wenn man wieder mal getratscht und nicht aufgepasst hat, recht flott zurückgelegt. Man geht den Hang entlang, wendet hinunter zu einer großen Wiese und sieht am Waldrand eine kleine Hütte. Die Beagles sieht man nicht. Die Beagles sind natürlich hinter der Hütte. Das sieht man erst nach ca. 5 Minuten straffem Fußmarsch.
Hinter der Hütte ist ein riesiger Komposthaufen. Auf dem riesigen Komposthaufen bewegen sich nach diesem Fußmarsch riesige Bäuche. Das sieht man prima vom Weg aus. Und da die Beagles Hunde sind, die auf jeden Rückruf sofort reagieren, tun sie uns den Gefallen: Sie hören uns, schauen uns freundlich an und bleiben selbstverständlich unten auf dem Haufen, um ihrer Tätigkeit nachzugehen.

Also springen die betroffenen Beaglebesitzer wild gestikulierend über Matschacker und tropfnassen Wiesengrund - gut aus den Augenwinkeln beäugt von den Bäuchen. Man rückt auf dem Haufen etwas nach hinten in die Ecke. Unter der Erde ist ein Berg altes Fett - der letzte Griff nach dem Hund. Und wieder weiß man, man sollte besser aufpassen.
Die Beagles rollen danach weiter - fertig war man noch nicht! Aber: Ein Beagle vergisst nie!

Seit kurzer Zeit ist auf der beagle-entlaufen HP Snoopi drauf.
Ziemlich weit vorne noch.
"Hast du schon gesehen? Da ist ein Hund drauf, der ab März ins Tierheim
soll" - Hatte ich nicht gesehen. Wollte ich auch nicht sehen. Hab ich
dann doch gesehen. Und wieder zugemacht - Rüde - pinkelt - kann ich eh
nicht nehmen - tschüss...
Dann doch wieder angeschaut. Mal doch eine mail geschrieben. Wenig Antwort
bekommen. Nochmal eine mail geschrieben. Mehr erfahren. Nochmal eine mail geschrieben.
Deutlich mehr erfahren:
Snoopi kommt mal wieder von einem Massenzüchter. Er wurde von Leuten
gekauft, die recht schnell keine Freude mehr an ihm hatten. Er vermutlich auch
nicht. Den Tag über musste er alleine bleiben. Spazierengehen nur kurz.
Zwischendurch in eine Hundeschule, die wohl weder Snoopi noch den Besitzern
Spaß
gemacht hat. Über die sonstige Erziehung kann nur spekuliert werden...
Snoopi wurde frustig und pinkelte in die Wohnung. Snoopi wurde schnell kastriert
- vermutlich in der Hoffnung, dass das dann alle Probleme löst. Entgegen
jeder Hoffnung fand Snoopi sein Leben auch nach der Kastration
nicht schöner. Er wurde schließlich von den Besitzern in eine Tierpension
gebracht und nicht
mehr abgeholt. (Er ist jetzt glaub ich 2 Jahre alt?).
Eine Frau hatte sich auch bei diesem Massenzüchter einen
Welpen geholt. Sie hatte es damals auch nicht gewusst, weiß es aber jetzt.
Auch sie ging in die Welpenstunde. Dort lernte sie Snoopi und die Besitzer
kennen.
Sie war sehr überrascht, als sie Snoopi in der Tierpension fand, wo sie
selbst auch oft hin ging.
Was tun??? Bis Ende März war noch bezahlt. Danach war die Uhr abgelaufen und Snoopi muss dann eigentlich ins Tierheim. In ein Tierheim, das zwar sehr engagiert ist, das aber überhaupt kein Geld und keine Kapazitäten hat, um den Hunden gerecht zu werden. Grundsätzlich haben Beagles im Tierheim gar nicht so schlechte Karten. Hunde, die in die Wohnung pieseln, sind aber leider nicht so beliebt. Die Zukunft von diesem Beagle war trüb.
Zum ersten Mal hatte Snoopi Glück. Die Frau von der Tierpension
hing überall Zettel auf, um vielleicht noch einen Platz zu finden. Sie
lief überall
in die Kaufhäuser und suchte nach Plätzen, wo man ihn veröffentlichen
könnte. Die Frau von der Welpengruppe war eine Frau, die nicht nur meint "ach,
wie schlimm", sondern die schwuppdiwupp einen Eintrag bei beagle-entlaufen
machte. Weiter ging das Glück. Eine von den vielen Notbeagles sicher erschöpfte
Webmasterin brachte Snoopi schwuppdiwupp auf die Webseite.
Natürlich ehrenamtlich...
Bald drauf rief ich dort in der Tierpension an und fragte mal
nach, ob man irgendwie helfen könne... Eine unglaublich nette Frau war
dran. Snoopi sei soo ein lieber Hund. Er sei einfach ein Unglücksrabe
und sie wisse gar nicht, was sie machen soll...
Vermutlich, weil sie so nett war, bot ich ihr spontan an, die Kosten für
April für
Snoopi zu übernehmen und mich irgendwie um den Hund
zu
kümmern (die Kommentare aus meinem Umfeld dazu lass ich jetzt besser
weg ;-). Als ich das gesagt hatte, war die Frau von der Pension total glücklich
und meinte immer wieder: "Also, jetzt, jetzt muss ich erstmal runter gehen
und das dem Snoopi sagen. Da wird er sich freuen!!!!!"
Wir haben beschlossen abzuwarten, ob noch ein Platz gefunden werden kann
(evtl. auch ein Pflegeplatz) und dass wir sonst genug Zeit haben, um weiter
zu
suchen.
Ich schrieb das an einen anderen Webmaster. Dieser schrieb
sofort zurück,
dass er vielleicht einen
Pflegeplatz wüsste. Kurz drauf schrieb er zurück, er habe schon gefragt.
Ja,
der Hund könne dorthin. Ein Platz, wo angeboten wurde, im Notfall gerne
mal
zu helfen.
Ich schrieb an die Webmaster, ob wir sonst eventuell etwas vom
Spendenkonto nehmen könnten. Sie schrieb zurück, dass sie sich
drum
kümmern wolle - was aber vielleicht gar nicht mehr nötig ist.
Lauter mails, lauter Zeit, Telefonate für einen Hund, der ohne Nachzudenken
angeschafft und ohne Verantwortung entsorgt wurde.
Halbes Happy End für Snoopi. Wir warten und ansonsten wird dieser Hund
wohl in irgendeiner Form auf einen Pflegeplatz kommen.
Bleibt: wie kommt der Hund dann in die Pflegestelle?? Es wird wohl jemand
von uns fahren müssen... auf eigene Kosten natürlich... die Zeit
wollen wir gar
nicht berücksichtigen... die Zeit für die Pflege der Webseite schon
gar nicht...
Mal sehen, wie es mit Snoopi weiter geht. Der braucht ein paar gedrückte
Daumen!
Adventswanderung ... wir fuhren ca. eine
dreiviertel Stunde raus ins schöne Hirschbachtal, um zu wandern. Lena und Charly sicherheitshalber
an der Leine - schließlich hat man die Schnauze von solchen Hundewaldexkursen
voll!!!
Diesmal war aber auf einmal Coffey weg - der arme kranke Beagle, der nicht
zu viel rennen soll - das arme Herz "ob sie das noch schafft??" Der
Beagle, der um rennen zu können, jede Woche Physiotherapie kriegt. Dieser
arme kranke Beagle, der gerade noch vor uns hertappelte, zog um die Ecke und
ab. Colin hinterher. Bisher hat sich der wenigstens völlig problemlos
abrufen lassen. Diesmal ist er gerade noch vor Melanie, die ihm hinterher rannte,
abgerauscht. Weg waren sie. Nichts zu hören.
Nur der liebe Kopov in höchster Aufregung howhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhow
Sonst kam Colin IMMER nach kürzester Zeit wieder. Diesmal nicht. Keine Spur von den beiden. Melanie startete nach so einer halben Stunde mit Lena, um zu suchen. Lena fand das lustig. Bergauf bergab mit Spurlaut und zerrender Flexi - am Waldhang mit nassen Blättern auch immer schön. Ich am Ausgangsplatz mit
howhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhow
Kalter Wind. Nieselregen. Melanie kommt wieder mit Lena. Lena hat gute Laune, Melanie hat schlechte Laune. Weiter warten mit
howhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhow
Allmählich knallen uns wegen howhow die Nerven durch.... Ich starte mit
Lena, um auch zu suchen. Nehm eine andere Route. Hör zwischen dem howhowhow
hinter mir auf einmal ein ganz weit entferntes anderes kreischendes wauwau.
Hör nochmal hin. Das ist unverkennbar Coffey - weit weit weg unten im
Tal.
O.k. Abstieg über den glitschigen steilen Berghang - Lena schwungvoll
an der Flexi. Ganz unten immer klarer kreischend wau wau - aber leider Tendenz
entfernend. Hilft nix. Ich muss da hin. Über nasse Wiesen, lehmige Äcker
mit fettem Schlamm an den Füßen weiter Richtung wau wau. Doch jetzt
ist es auf einmal still. Und nun? Lena mach doch mal wau! 'Nö mach ich
net. WAS??? soll ich machen????? Kapier ich net. Lass uns doch mal ne Runde
im Wald da jagen. ich glaub da ist Wild'
Blöder Luserhund da unten - kannste auch vergessen, wenn de die mal brauchst...
Scheiß Lehm da an den Schuhen. Scheiß Hunde.
Ganz entfernt wieder wau wau - und immer lauter - aha, sie sind inzwischen
im Waldstück nebenan. Jetzt höre ich auch das Geschrei von Colin.
Immerhin: sie sind zusammen.
Schrei: COOOOOOOLIN. Reaktion: nix. Klar. Hätte ich mir ja auch denken
können. Blick auf Lena - sie wird auch jetzt nicht wau machen.
Nächster Schlammacker in Richtung kreischende Hunde. Die haben sich an
einer Lichtung bisschen festgehängt und wissen nicht wohin.
Jetzt sehe ich die beiden - voll in Fahrt.
Ich kreische Colin mehrfach an - puh, er reagiert - in den Augenwinkeln sehe
ich Coffey weiterrennen. Scheiß Beagle!!!!!!!
Mistsau!!!!!!!! Kreisch: COFFEY!!!!!!!!!!! Nochmal nochmal - Stimme schon platt.
Uff, Coffey steht - etwas unsicher, was nun tun.
Doch, jetzt kommt sie. Taumelt leicht in meine Richtung und fängt an,
an einer Pfütze zu trinken. Ich dachte schon, sie kippt gleich um...
Wir konnten den Rückweg antreten. Zurück über alle matschigen Äcker. Zurück über nasse Wiesen. Zurück über nasses Laub den Steilhang am Wald wieder hinauf. Und da hörte ich schon von Ferne:
howhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhowhow
Blödes Tier... rutsch am Waldhang... immer lauter howhowhow... und schließlich waren wir wieder da.
Die Wanderung mussten wir wegen der späten
Zeit leider abbrechen. Gingen halt mit den angeleinten Hunden wieder Richtung
Dorf. Ganz unten auf den letzten Wiesen ohne Wild machten wir sie nochmal
los.
Und zack - zischt die Lena los - rüber über den frisch gepflügten
Lehmacker - über die Furchen - und hinterher mit vollem Speed Coffey und
Colin und hinterher mit letzter Kraft Melanie und Marion - Schreiend fluchend
leine werfend. Alle grade noch erwischt.
Außer Lena. Die war weg.
Glück gehabt. War doch kein Hase da. Am Ende des langen Ackers wendetet sie und lief am Rand der letzten Furche wieder in unsere Richtung. Wirklich nochmal Glück gehabt. Man freut sich dann auch über einen lehmgelben Beagle...
Heute standen die Hunde an, wer zuerst ins Auto springen darf. Lena - Mantel an - plupp - hinten im Kennel heia. Coffey - Mantel an (der arme Beagle könnte ja frieren)- springt in Kennel und schläft, angelehnt an Lena noch im Stehen ein - Charly legt sich ohne Gegurre und Gefiepe sofort hin - macht heia. Colin macht plopp und ward bis Nürnberg nicht mehr gesehen.

Wir vermuten, dass der Dialog zwischen Coffey und Colin während der Jagd so lief:
Colin: Ei Coffey, müssen wir nicht wieder zurück???
Coffey: Was?! Wir gehen doch jetzt nicht zurück. Mamakind. Los jetzt, ich zeig
dir mal, wie das geht!
Colin: Aber guck mal. Mein Frauchen krabbelt da hinten am Hang entlang. Muss
ich nicht doch mal schauen, ob alles in Ordnung ist????
Coffey: Mann. Lass die doch krabbeln. DIE findet uns doch sowieso nicht.
Guck mal, die geht doch ne völlig falsche Richtung. hihi ist die blöd. Lasse
laufen.
Colin: Aber wenn wir nicht mehr zurückfinden???
Coffey: Keine Angst. Die suchen uns dann immer. Wenn wir fertig sind, dann
kommen die irgendwann und nehmen uns wieder mit. Das hat noch immer geklappt.
Die schreien immer ewig rum und irgendwann finden sie uns dann. Bei der Anderen
musste mehr gucken, dass sie nicht gleich kommt. Aber jetzt lauf erstmal.
DA ist doch die Spur. Ei, schick dich doch!!!!!!!!!!!
Beim Aussteigen aus dem Auto steht Coffey völlig fertig oben noch im Auto, überlegt so, wie sie raus kommt und ploppt vor Schwäche nach unten. Kommt oben in der Wohnung fast nicht in ihr erhöht stehendes Körbchen. Kann jetzt nur noch ausgestreckt schlafen.
Eine Frage bleibt: Warum kaufen sich harmlose Wanderer eigentlich solche Tiere???? Mit einem Hamster wäre so etwas nicht passiert!
Eigentlich wollten wir nur einen schnellen Kaffee trinken und gingen in ein relativ neu eröffnetes Espresso-Teilchen rein. Coffey Lena und Colin dabei. Und genau DAS war der Fehler. Wir wissen es nicht genau, warum, aber als wir das erste Mal dort waren, konnten wir uns ganz normal ins Cafè setzen.
Heute kam ein strenger Blick gleich unten - "Mit den Hunden
müssen Sie sich bitte hier unten hinsetzen!"
Wir haben oben Parkett und die Pfoten verkratzen...
O.k. o.k. setzen wir uns halt unten hin. Auf Augenhöhe hatten wir das Gitter
- abgegrenzt zum "normalen" Gästebereich - so muss ich ein Kanarie fühlen... Wir
fühlten uns zurückversetzt in die Zeit, wo es häufig auch die 2. Klasse für
den Mob gab - aaber ein wundervoller Blick auf wundervolles Parkett - alles ohne
Gäste...

Im oberen Bereich musste die ganze Zeit eine Studentin nach strenger Anleitung
putzen - wischte alle Möbel ab und musste sie mit einem Tuch nachpolieren
- incl. der Füße von den Stühlen... putzte und putzte...
Eigentlich müsste man den Gästen noch Filzpantoffeln hinstellen - es wirkte
wie im Museum.
Wir weiter tapfer hinterm Gitter.
Und so sah es in dem wertvollen Gastraum auch eine Stunde später aus - kein Gast weit und breit - klar, 2. Klasse war auch besetzt.
Es war ein Tag wie jeder andere...
Billy lag in seinem Schlauchboot und döste so vor sich hin. Der Fernseher flimmerte halb über ihm und irgendjemand berichtete über irgendeinen Untersuchungsausschuss.
... vier Gegenstimmen. Der Ausschuss soll auch die CIA-Flüge sowie Verhöre von Terrorverdächtigen im Ausland erörtern. Der FDP-Innenexperte Max Stadler hatte seine Fraktion zuvor über eine Sondersitzung...
Die Diskussionen um das Fernsehprogramm hatte er aufgegeben. Seine Lieblingssendungen wie "Growing Fat", "Kochen mit Sahne" oder auch die tägliche Handwerkersendung für Hunde mit der Extraeinlage, wie man mit Zähnen und Pfoten aus jedem Behälter das Futter herausbekommt, wollte niemand sehen. Er wusste nicht, warum. Sein Frauchen suchte, vermutlich absichtlich, genau DIE Sendungen heraus, die ihn nun wirklich nicht interessierten. Gerade gestern lief auf irgendeinem Kanal wieder ein Bericht über das Magenband, das angeblich helfen soll abzunehmen. Billy hörte es nur mit halbem Ohr. Wer will schon abnehmen, dachte er so vor sich hin...
In Vaterstetten wurde ein neuer Wertstoffhof "Zentrale Sammelstelle" zur getrennten Erfassung von Abfällen , die in privaten Haushalten anfallen, gebaut. Das Konzept des R. gehört zu den sogenannten Bringsystemen. Ein R. besteht aus Containern , die zur getrennten Sammlung aufgestellt sind. Fachpersonal berät und unterweist die Benutzer.
Billy war jetzt hellwach. Was war das? Ein WERT-STOFFHOF?? Er hatte nicht richtig zugehört und wollte aber auch nicht nachfragen. Es ließ ihm keine Ruhe mehr.
Hatten die nicht was gesagt, dass da Abfälle gesammelt würden? Den ganzen Abend war er irgendwie abwesend und konnte sich gar nicht richtig auf das Einsammeln seiner Bodenschätze auf dem Abendspaziergang konzentrieren. Es musste etwas geben, wo viel mehr davon lag!
In seinen Träumen sah sich Billy schon inmitten von Containern sitzen. Aus jedem Container tropfte ein Wasserfall Fett und um ihn herum Berge von Abfall. Er sah auch, dass das alles sortiert war. Auf manchen Containern stand "für Hund" auf manchen nur "für weg". Das leuchtete ihm ein, aber dann kam ihm auf einmal ein Gedanke: Ob die das auch wirklich richtig sortieren würden? Der Alptraum begann: Billy saß zwischen den Containern und konnte feststellen, dass in der Tonne "für weg" doch etwas "für Hund" drinnen war. Gerade wollte er loslaufen, um den Irrtum aufzuklären, er lief so schnell er nur konnte, doch ein großer Kran hob den Container direkt vor ihm in die Höhe. Billy nahm mit letzter Kraft Anlauf und flog ihm nach. Wild ruderte er mit den Beinen, konnte ihn aber nicht einholen. Er schrie verzweifelt, dass da drin etwas verkommt und DRINGEND rausgeholt werden muss. Keiner hörte ihn und schließlich machte es Plumps und er fiel erschöpft in einen großen Karton. Ziemlich erschöpft wachte er am nächsten Morgen auf.
Es war Zeit, einmal rüber zu seiner Freundin Momo zu gehen und ihr von diesem Hof zu erzählen. Sie kam aus Belgien und hatte schon viel gesehen. Vielleicht wusste sie, wo man hingehen müsste?
Momo schaute den dicken Billy ratlos an. Warum konnte jemand, wenn er so viel gegessen hatte, überhaupt Hunger haben? Nach einer Pause sagte sie zu ihm: "Wollen wir nicht lieber ein paar Schafe suchen und sie ein bisschen in die Ohren beißen?"
Na toll, wie mein Frauchen, dachte Billy. Immer nur Sachen tun, die langweilig sind. Ich renn doch nicht um irgendwelche Schafe herum!!! So ein Blödsinn. Komisch. Was die Ausländer immer mit den Schafen haben??? "Nö du, Momo, ich hab LEIDER keine Zeit. Aber viel Spaß dabei!"
Da war keine Unterstützung zu holen. Das war ihm nun klar. Ob er sein Frauchen fragen sollte? Aber er ahnte es schon. Sie würde ihm diesen Spaß auch noch kaputt machen. Nein, diesmal musste er ganz vorsichtig Informationen sammeln und den Wertstoffhof alleine suchen.
Es dauerte lange, bis er schließlich ein Foto in einer Zeitung sah: ein großes großes Haus und um es herum lauter Behälter. Unter dem Bild stand groß: WERTSTOFFHOF am ÜBERLAUFEN!! IMMER MEHR ABFÄLLE WERDEN VON DEN BERLINERN IM WERTSTOFFHOF ENTSORGT.
Jetzt wusste er endlich, wie es dort aussieht.
An einem Dienstag, sein Frauchen musste gerade zur Ärztin, Frau Schreckenstein, beschloss Billy, endlich seinen Traum wahr zu machen. Ganz leise öffnete und schloss er das Gartentürchen, damit Momo nebenan es nicht hören könnte. Er war froh, dass gerade kein Mann vorbei kam. Ob er es da geschafft hätte, nicht loszubellen? Billy war sich nicht sicher. Manche Dinge MÜSSEN einfach getan werden, fressen hin und her. Man hätte das Projekt Wertstoffhof schweren Herzens vertagen müssen. Doch es war still in der Kolonie. Um nicht an dem schreienden Pudel vorbei zu müssen, tappelte Billy lieber nach links und schlich sich am Zaun von dem rasenden Jagdterrier vorbei. Die Tür im Häuschen ging auf und eine ältere Frau mit Regenschirm schrie nach draußen. Verrückt sind die Menschen, dachte Billy. Sicherheitshalber legte er jedoch einen höheren Gang ein und trabte munter immer der Nase nach.
Eine ganze Weile war er nun schon getrabt und er fing an, ein wenig müde zu werden. Und gerade, als er schon ein Nickerchen machen wollte, sah er auf einmal vor sich ein Schwein, dass auf einem Grenzstein einen Kopfstand übte. "Hallo du da", rief Billy hinüber "was machst du denn da?" "Nicht schdöhren oink oink, sonst kipp ich um!, sagte das Schwein und versuchte verzweifelt, sein großes Ohr unter dem Kopf, auf dem es stand, rauszuziehen. 'Schweineohren...' Billy legte seine graue Stirn in Falten. Vielleicht wäre es besser, gleich hier was zu essen, statt so lange den Wertstoffhof zu suchen? Doch im selben Moment stellte sich das Schweinchen vor ihn und fragte ganz neugierig: "na, und was kannst du?" Holla, da fühlte sich Billy aber doch an der Ehre gepackt. Er setzte sich würdevoll auf seinen dicken Po und hob erst die linke Pfote, dann die rechte Pfote. Aus den Augenwinkeln beobachtete er, wie das Schweinchen staunte. "Kannst du noch was?" Billy überlegte kurz und schnackte dann mit der Vorderpfote in die Luft: "Abrakadabra, ich zauber jetzt ne Quarrrrkschnecke für uns her" und, schnell wie der Blitz, hatte er unter einem Balkon eine Bäckertüte mit einer fetten Schnecke drin herausgezogen. "Komm, lass uns doch erst mal zusammen was essen", sagte er. Brüderlich gab er dem Schweinchen den halben Teil. Er bekam die Schnecke und Schweinchen die Tüte.
"Sag mal, magst du nicht zu uns zum Zirkus kommen?" fragte das Schwein. Doch da fiel es Billy auf einmal wieder ein. "Nein, du, ich würde es gerne und ich bin sicher, euer Zirkus würde jeden Abend platzen, wenn ich da auftreten würde." (Billy war nämlich sehr bescheiden!) "Aber das geht nicht. Ich muss weiter, den Wertstoffhof suchen. Weißt du vielleicht, wo das ist?" Doch das Schwein hatte noch nie von so etwas gehört. Es war auch ein wenig verärgert, weil es von der Schnecke nichts abbekommen hatte, doch es wollte nichts sagen. "Auf Wiedersehen Billy, viel Erfolg beim Suchen!"
Billy stand auf, obwohl er jetzt viel lieber ein Verdauungsschläfchen gemacht hätte, und trabte weiter seiner Nase nach. Er bog nach rechts, nach links und wieder gerade aus. Immer wieder rief er sich das Bild, das er in der Hundezeitung gesehen hatte, ins Gedächtnis.
Auf einmal rammte er die Vorderbeine in den Boden, dass der Asphalt staubte. Da stand es in großen Buchstaben:
BUFFET - kommen Sie rein und essen Sie so viel Sie wollen!
Billy schaute auf seine Armbanduhr. Es war schon spät. Er würde es nicht mehr schaffen, rechtzeitig wieder zu Hause zu sein. Vielleicht lag ja wenigstens am Eingang etwas herum? Er schnüffelte in den Türspalt. Hmmmm... lecker! Vielleicht sollte man das mit dem Wertstoffhof doch verschieben. Ach, Billy wusste jetzt gar nicht mehr, was er lieber wollte. Verzweifelt schlug er seinen täglichen Ratgeber auf. Da stand "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen". Ja, aber was sollte das denn nun bedeuten? Lieber das Buffet aufessen oder zum Wertstoffhof gehen? Schwitzend rechnete er durch, wo es mehr zu essen geben würde. Wenn man es nur sicher wüsste!!!!
Billy hatte Tränen in den Augen, als er sich abwandte. Doch er musste einfach weiter und den Wertstoffhof finden. Müde trabte er durch die vollen Straßen, wo viele Autos mit Menschen drin vorbei fuhren. Rechts, links, rechts, geradeaus, immer ging er seiner Nase nach.
Endlich, er hatte schon Blasen an den Füßen, kam ein ganz besonderer Geruch in seine Nase: es roch ein wenig nach Schimmel und nach Moder. Kurz saß er da und genoss diesen paradiesischen Geruch. Hier musste es sein.
Weiter ging es - und tatsächlich, der Geruch wurde immer besser. Kakerlaken und Ratten mussten dort wohnen, verschimmelte Dosen. Es war furchtbar aufregend. Ein LKW fuhr an ihm vorbei und verlor einen Sack Alu mit Soßen. Billys Herz begann wild zu schlagen. Hier ist es!!!! Hier ist es!!!! Ich habe es gewusst!!!!! Und er rannte mit letzter Kraft zu einem großen Zaun. Und weil er einfach keine Luft mehr bekam, musste er sich erst einmal setzen.
Vor ihm standen 100 Kühlschränke mit halb geöffneten Türen, 1000 gelbe gefüllte Wertstoff-Säcke, 10 Container mit alten Büchsen, 20 Container mit Pizzakartons und Bäckertüten, 20 riesige Säcke mit Styroporabfällen aus der Gastronomie, 20 Säcke mit Aluschälchen aus dem Tierbedarf, 20 riesige Container voll mit Bio-Müll und hinten in der Ecke stand noch ein Container mit einem Schild drauf: Parma stand da geschrieben
Billy tat einen tiefen Seufzer: Das, wo von er sein Leben lang geträumt hatte, war wahr geworden.